Einladung zur "Verköstigung"

»Finger Food« aus dem Ersten Weltkrieg auf dem Stadtfest

In der öffentlichen Erinnerung an den Ersten Weltkrieg spielt – neben den Schlachten des Stellungskriegs – die zunehmend schlechter werdende Ernährung der Bevölkerung (Stichwort: Steckrübenwinter) eine entscheidende Rolle. Schlechte Ernten, die Blockade durch die Entente-Mächte und eine nicht eingeplante lange Dauer des Krieges führten dazu, dass die tägliche Kalorienmenge immer weiter reduziert wurde und teilweise exotische Stoffe zu Nahrungsmitteln deklariert wurden.

In der "Kriegsküche" im alten Kapuzinerkloster am Altenteich wurden täglich Hunderte einfacher Mahlzeiten ausgegeben.

Ein Team des Stadtmuseums hat sich jetzt in Kooperation mit der VHS Rureifel zeitgenössische Rezepte vorgenommen und einige der damals gängigen Speisen "nachgekocht". Am Stadtfest-Wochenende wird den Besuchern am Stand des Stadtmuseums Gelegenheit gegeben, Käsefrikadellen, Kunsthonig und/oder Schmalz auf Graupenauer, Pilzpflanzerl, Kriegskuchen und andere Beispiele von „Vintage Finger-Food“ zu probieren und mit den eigenen Geschmacksnerven zu erleben, mit wieviel Erfindungsreichtum und Improvisationskunst unsere Eltern und Großeltern der Rohstoffknappheit und den Missernten begegneten. Die entsprechenden Rezepte liegen selbstverständlich auch bereit.

Am Stadtfest-Sonntag ist das Museum selbst geschlossen.

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Düren wird zur »Heimatfront«

Der Krieg fand auch hinter der Front statt.

Düren gehörte vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 zu den blühenden Industriestädten des Deutschen Reiches. Aber auch die landwirtschaftliche Produktion erreichte eine hohe Intensität. Verkehrstechnisch günstig gelegen an der Bahnlinie Köln–Aachen, wurde die Stadt zu einem wichtigen Standort nahe dem Kriegsgebiet. Auch im Rheinland fanden schon vor 1900 wichtige wirtschaftliche und technische Entwicklungen statt, die sich unmittelbar auf den Krieg auswirkten.

Schon kurz nach Kriegsbeginn trafen die ersten von vielen tausend Verwundeten in den zahlreichen Lazaretten der Stadt Düren ein.

Wolfgang Wegener vom Amt für Bodendenkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland wird in seinem Vortrag aufzeigen, wie sich mit Kriegsbeginn alles veränderte, in allen gesellschaftliche Schichten und der Wirtschaft. Düren wurde unmittelbar in das Kriegsgeschehen mit einbezogen mit der Errichtung eines Kriegsluftschiffhafens 1915 und auch als Lazarettstandort.

In dem Vortrag sollen vor allem die Entwicklungen Dürens und des Rheinlandes näher betrachtet werden. Dabei spielte die Vorbereitung auf einen kommenden Krieg eine wesentliche Rolle. In Düren existierten 1914 wichtige Rüstungsbetriebe, die Umstellung auf die Kriegswirtschaft betraf auch die anderen Industriezweige. Die schlechte Versorgungslage der Bevölkerung, das Leid der Verletzten und die Krankenfürsorge werden angesprochen, ebenso die Auswirkungen des Luftkrieges auf die Stadt. Nach Ende des Krieges stellten die zurückkehrenden und wieder ein zu gliedernden Soldaten ein Problem dar, auch die Besetzung des Rheinlandes durch die alliierten Truppen.

Der Vortrag am Mittwoch, dem 3. September, um 19 Uhr im Stadtmuseum Düren, Arnoldsweilerstr. 38, findet statt im Rahmen des Themenprogramms der Dürener Kulturinstitute zum Ersten Weltkrieg. Der Eintritt ist frei.

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Eisenbahnen und Krieg

Militärische Infrastruktur im Rheinland im Ersten Weltkrieg

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war im Deutschen Reich das Eisenbahnnetz unter staatlicher Regie auf eine in der Welt unerreichte Dichte ausgebaut worden. Neben den wirtschaftlichen spielten dabei natürlich militärische Überlegungen eine wesentliche Rolle, die bei der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg voll zum Tragen kamen.

Auch der Dürener Bahnhof spielte in der militärischen Logistik des Ersten Weltkrieges eine große Rolle.

In seinem Vortrag "Eisenbahnen und Krieg – militärische Infrastruktur im Rheinland" stellt Dr. Claus Weber vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Planungen für den Ausbau des Eisennbahnnetzes im heutigen Rheinland im Vorfeld des Ersten Weltkrieges vor und zur Diskussion. Einer der Schwerpunkte ist das Gebiet der Eifel, das als Aufmarschgebiet für den Feldzug gegen Frankreich eine besondere Bedeutung im deutschen Eisenbahnnetz erhalten hatte.

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, dem 27. August, um 19 Uhr im Stadtmuseum Düren, Arnoldsweilerstr. 38. Der Eintritt ist frei.

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Wertvolle Dokumente erhalten

Verträge, Pläne und Fotos zum Haus Lindenpromenade 2

Manchmal sind wir nicht mal mehr überrascht, sondern einfach nur sprachlos, was sich alles noch so erhalten hat.

Einblick in das Innere des Hauses Lindenpromenade (August-Klotz-Str.) 2

Mitte Mai erhielten wir eine Mail, mit der uns Unterlagen über das (immer noch erhaltene) Haus August-Klotz-Str. 2 (neben der Musikschule) angeboten wurden. Dieses Haus ist 1909 von dem Dürener Arzt Dr. Roelen errichtet worden. Eine seiner vier Töchter starb vor kurzem im Alter von nahezu 100 Jahren, und in ihrem Haus in Königswinter fanden die Nachkommen umfangreiche Dokumente, Pläne, Verträge zu diesem Haus. Nach kurzer Korrespondenz machte ein Besuch in Königswinter klar, welchen Schatz wir da erhielten. Außerdem durften wir noch zahlreiche Fotos (zum Reproduzieren) mitnehmen und haben so einen tiefen Einblick in die Geschichte dieses Hauses und der Familie Roelen erhalten.

Die aus Monschau stammende Familie hatte sich bereits 1862 in Düren niedergelassen, als Dr. med. Franz Hubert Roelen hier eine Praxis als Arzt eröffnete. Sein 1873 geborener Sohn Friedrich Peter Ludwig Roelen eröffnete hier 1898 seine Praxis.

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Die Erinnerung ist lebendig!

Ein Erlebnisbericht über zwei Jahre in Israels Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Von 2011 bis 2013 hat der gebürtige Dürener Moritz Povel für zwei Jahre als Volontär der katholischen Kirche in Deutschland (entsandt von der Deutschen Bischofskonferenz, der Maximilian-Kolbe-Stiftung und der Jesuitenmission in Nürnberg) in der Abteilung der "Gerechten unter den Völkern" in Yad Vashem in Jerusalem gearbeitet. Die "Gerechten unter den Völkern" sind Nicht-Juden, die damals ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben, um Juden vor dem Tod im Holocaust zu retten. Seine Aufgabe bestand hauptsächlich darin, Berichten von solchen Rettungen nachzugehen und Belege für ihre Echtheit zu finden, damit der Staat Israel die Retter als "Gerechte( r) unter den Völkern" auszeichnen kann.

Moritz Povel in der "Hall of Names" in Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem ist zudem Museum zur Geschichte des Holocaust und zentrale Sammelstelle für alle biographischen Spuren und Erinnerungen an die Opfer des nationalsozialistischen Massenmords.

Über diesen und viele andere Aspekte seiner Arbeit, beispielsweise die emotional sehr bewegenden Begegnungen mit Holocaust-Überlebenden, wird Moritz Povel in Wort und Bild in einer Veranstaltung von pax christi und Dürener Geschichtswerkstatt berichten am

Donnerstag, dem 14.08., ab 19 Uhr im Stadtmuseum Düren

Der Eintritt ist frei, im Anschluss an den Vortrag besteht genügend Zeit zur Diskussion.

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Tag des Offenen Denkmals 2014

Das Dürener Programm für Sonntag, den 14.09.2014, steht fest:

Nord-Düren wird bunter
14.00 h, Treffpunkt Stadtbücherei im Haus der Stadt
Rundgang mit Ludger Dowe, Geschichtswerkstatt

Stadtbefestigungsanlage am Stiftischen Gymnasium
Altenteich 14
10.00 - 17.00 h Führungen und Ausstellung
Schüler/innen des Stiftischen Gymnasiums mit Dr. Achim Jaeger

Innenstadt Düren, Farbigkeit und Licht im Wiederaufbau
Treffpunkt Kaiserplatz/Rathaus
11.00 Uhr Führung
Heike Kussinger-Stanković, Untere Denkmalbehörde

St. Joseph-Kapelle
Krauthausener Straße/Auf dem Broich, Lendersdorf
10.00 - 12.00 h
Ralph Caster, Pfleger der Kapelle

Evangelischer Friedhof
Kölnstraße
9.00 - 17.00 h geöffnet
11.00 h und 14.00 h Führungen
Förderverein Evangelischer Friedhof Kölnstraße e.V.

Schillingspark
Gürzenich, Zugang neben Haus Schillingsstr. 335
9.00 - 19.00 h geöffnet
16.00 h Führung
Heike Kussinger-Stanković, Untere Denkmalbehörde

Kirche St. Michael
Lendersdorf, Ardennenstraße
11.00 h, 13.00 h und 16.30 h Führungen
Kirchenbauverein der Pfarre St. Michael Lendersdorf e.V.

Weitere Auskünfte:
Untere Denkmalbehörde der Stadt Düren
Dipl.-Ing. H. Kussinger-Stanković
Am Ellernbusch 18 - 20, 52355 Düren
Tel 0 24 21 / 25 24 29
Fax 0 24 21 / 25 13 59
h.kussinger-stankovic@dueren.de

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Konsum- und Spar-Verein

Genossenschaft sichert Versorgung im Ersten Weltkrieg

Im Februar 1916, also mitten im Ersten Weltkrieg, konnte der Konsum- und Sparverein Düren sein 25-jähriges Bestehen feiern. Er war der mit Abstand größte Dürener Verein: 6.000 Mitglieder zählte er in Stadt und Umland. Sicher nicht zuletzt durch die zu jener Zeit schon teilweise prekäre Versorgungssituation bei Lebensmitteln hatte er besonders in den ersten Kriegsjahren regen Zulauf.

Anzeige aus der Dürener Roer-Zeitung vom 2. August 1891

Erstaunlich ist, dass der Dürener Verein weder dem freien Genossenschaftsverband (eher sozialdemokratisch orientiert) noch dem christlichen Zentralverband angehörte. Offensichtlich war er Teil einer dritten weltanschaulich geprägten Richtung, die mit dem Namen Schulze-Delitzsch charakterisiert wird. Initiator der Gründung war, den Zeitungsberichten zufolge, der Dürener Fabrikant Gustav Stein, über den wiederum auch nur sehr wenig bekannt ist.

Da wir im Rahmen unserer Forschungen zum Ersten Weltkrieg gerade auch solche Aspekte untersuchen wollen, wären wir glücklich, wenn sich in Dürener Haushaltungen noch Unterlagen wie Mitgliedsausweise, Kundenkarten, Prospekte, Rechnungen, Quittungen oder andere Dokumente zum Dürener Konsum- und Sparverein finden ließen, die man uns – gerne auch leihweise – zur Verfügung stellen könnte.

Kontakt ist möglich jeden Sonntag von 11-17 Uhr, dienstags ab 18 Uhr im Stadtmuseum oder unter Tel. 02421.9488834.

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Herzlich willkommen zum Internationalen Museumstag 2014

Im Stadtmuseum wurde jetzt das Programm der im Kreis Düren vorhandenen Museen zum Internationalen Museumstag am 18.05.2014 vorgestellt. Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn sprach von einer "Leistungsschau mit hoher Vielfalt".

Der Internationale Museumstag steht dieses Jahr unter dem Motto "Sammeln verbindet – museum collections make connections".
Die Anreise zu den teilnehmenden Häusern steht wie jedes Jahr unter dem Motto „Freie Fahrt ins Museum mit dem ÖPNV!“ Alle direkten Fahrten zu den teilnehmenden Häusern sind am Internationalen Museumstag für die Besucher frei! Die Verkehrsbetriebe im Kreis Düren (AVV/DKB, RTB und RVE) sponsern die Fahrten.
Als Fahrscheinersatz gilt der Abschnitt aus der Zeitung, der auf Verlangen vorgewiesen werden muss. Für die Rückfahrt ist ein Museumsstempel als Beleg für den Besuch erforderlich!!

Hier die Programme der einzelnen Häuser:

Leopold-Hoesch-Museum Düren

10 –17 Uhr, Eintritt frei
1922 hatte der Psychologe und Kunsthistoriker Martin Prinzhorn das Buch „Bildnerei der Geisteskranken“ veröffentlicht. Künstler wie Henri Rousseau, Max Ernst, Salvador Dali und viele andere hatten bereits zu Beginn des 20.Jahrhunderts die Bedeutung der „Art Brut“ propagiert. 2013 präsentiert die Biennale in Venedig neben bekannten Protagonisten der Kunstszene, unter anderem die Tafelzeichnungen von Rudolf Steiner, das rote Buch mit den Malereien von C.G. Jung und eine große Anzahl von Werken, die sogenannten Outsidern, Naiven, Autisten zuzuordnen sind.
In diesem Zusammenhang steht auch die diesjährigen Veranstaltung 37. Internationaler Museumstag im Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren mit dem Titel „About Outsider-Art“. Im Rahmen des Verbundprojekts „1914 – Mitten in Europa – Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“ zeigt das Psychiatriegeschichtliche Dokumentationszentrum Düren unter dem Titel „Moderne. Weltkrieg. Irrenhaus. 1900 – 1930 Brüche in der Psychiatrie und Kunst“ in Düren zwei Ausstellungen, die sich mit den Widersprüchen und Fortschritten in der Psychiatrie am Beginn des 20. Jahrhunderts auseinander setzen. Das Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren präsentiert eine Ausstellung, die bildnerische Arbeiten aus der Sammlung Prinzhorn aus Heidelberg zeigt, die Dürener Patienten, welche in der damaligen Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Düren lebten, schufen. Parallel dazu werden bedeutende Werke der Moderne aus der eigenen Sammlung präsentiert. Dabei geht es vor allen Dingen darum zu zeigen, wie Psychiatrie, Bildende Kunst und Lyrik im und nach dem Ersten Weltkrieg in Berührung kamen.
Der 37. Internationale Museumstag 2014 wurde von der ICOM unter dem Motto Sammeln verbindet – museum collections make connections! ausgerufen. In Hinblick auf die aktuellen Ausstellungen der Sammlung Prinzhorn und des Sammlung des Hauses bietet der Internationale Museumstages 2014 die besondere Chance, die Geschichte und Bedeutung dieser Sammlung mit der Gegenwart in Beziehung zu setzen, Verbindungen aufzuzeigen und Anknüpfungspunkte für jeden Besucher herzustellen.
Die Werkloge – Raum für Kunstvermittlung greift diesen aktuellen Diskurs zur Outsider Art am Internationalen Museumstag 2014 in den Dürener Museen auf.
In Zusammenarbeit mit der LVR-Klinik in Düren und der Lebenshilfe Aachen führt das Team der Werkloge mit gezielten Kunst-Aktionen und kreativen Workshops an diesem Tag Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene an das Thema „Outsider-Art“ heran. Darüber hinaus wird es kuratorische Führungen durch die Sammlung Prinzhorn geben. Highlight des Tages werden die Performances „Inside-Time – Outside-Space“ der Company Irene K aus Eupen sein.

Hoesch-Kreativ-Plattform auf der Landesgartenschau NRW Zülpich 2014

12 – 17 Uhr
Im Rahmen des von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW geförderten Programms „Grünes Klassenzimmer“ bietet die Werkloge mit der Hoesch-Kreativ-Plattform auf der Landesgartenschau NRW Zülpich 2014 differenzierte, kunstpädagogische Konzepte an, die sich an alle Schulen und Kindereinrichtungen in NRW richten.
Die Werkloge – Raum für Kunstvermittlung im Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren veranstaltet auf der Landesgartenschau Zülpich 2014 zum 37. Internationalen Museumstag ein abwechslungsreiches Kreativprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Hoesch-Kreativ-Plattform, ein eigens für die Landesgartenschau 2014 konzipiertes Areal nahe der Obstwiese, lädt an diesem Tag in einen künstlerischen Erfahrungsraum in der Natur ein.
Die Besucher werden aktiv an der Gestaltung des Gartenareals mitwirken. Dabei gilt es die Natur, seien es Bäume, Sträucher etc. künstlerisch zu gestalten. So entstehen beispielsweise Mobiles, Skulpturen und andere Kunstwerke, die eine Verbindung zwischen Kultur und Natur schaffen. Highlight des Tages wird die Installation der Baumskulptur durch den Künstler Arjan Stockhausen sein. Mit freundlicher Unterstützung der Stadtwerke Düren.
Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren

Bergmännischer Traditionsverein Aldenhoven

Geöffnet von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Auf Wunsch finden in der ganzen Zeit Führungen statt. Das Museum kann aber auch in Eigenregie erkundet werden.
Es werden Filme zur Entstehung von Stein- und Braunkohle gezeigt.
Die Geschichte des Aachener Stein- und Braunkohlebergbaus sowie der Bergbau vom Feuersteinabbau bis in die Neuzeit kann erläutert werden.
Das Ganze kann bei einer Tasse Kaffee oder einem Kaltgetränk stattfinden.
Traditionsverein Aldenhoven

Töpfereimuseum Langerwehe

Zum 37. Internationalen Museumstag lädt das Töpfereimuseum Langerwehe am Sonntag, 18. Mai 2014 zwischen 11.00 und 18.00 Uhr bei freiem Eintritt Groß und Klein zum Besuch des Hauses ein. Alle Aktionen des Töpfereimuseums greifen das diesjährige Motto des Internationalen Museumstages „Sammeln verbindet – museum collections make connections“ auf.
Um 12.00 und um 16.00 Uhr finden Führungen für Erwachsene durch die aktuelle Sonderausstellung „Angelika Jansen vs. Anton van Eyk“ statt, die Keramikdesign auf hohem Niveau präsentiert. Keramikfreunde und Interessierte erfahren nicht nur Wissenswertes über Vita und Werk der beiden genannten Keramiker, sondern erhalten zusätzliche Informationen darüber, in welchem Zusammenhang die Sammlung der Gebrauchskeramiken Anton van Eyks (1911 – 2004) aus den 1940er und 1950er Jahren zu den aktuellen Gefäßobjekten Angelika Jansens steht und bekommen dadurch Einblick in die Ausstellungsarbeit des Museums.
Um 14.00 Uhr können Kinder die Sonderausstellung „Angelika Jansen vs. Anton van Eyk“ zusammen mit einer Dozentin spielerisch erkunden.
Von 15.00 bis 17.00 Uhr findet in der Kreativwerkstatt des Töpfereimuseums die Aktion „Kunst im Schuhkarton“ statt. Große und kleine Sammler haben Gelegenheit, ihre gesammelten kleinen Schätze, z. B. Fundstücke aus der Natur, unter Anleitung einer fachkundigen Dozentin in einem Schuhkartondeckel kunstvoll in Szene zu setzen. Das Museum stellt an diesem Tag eine Sammlung eigener Fundstücke zur Verfügung. Wer jedoch mag, bringt seine eigenen Schätze mit.
Zur Stärkung zwischendurch bietet der Förderkreis des Töpfereimuseums von 13.00 bis 17.00 Uhr Kaffee und Kuchen in der Museumscafeteria an.
Töpfereimuseum Langerwehe

Wasser-Info-Zentrum Eifel in Heimbach

Geöffnet sind wir von 10.00 – 17.00 Uhr, der Eintritt ist frei:
1. Museums-Frühstück von 10.00 bis 12.00 Uhr
Waffel-Frühstück (pur, mit Sirup, Sahne oder Puderzucker) oder 2 halbe belegte Brötchen und Kaffee/Tee/Kakao, soviel man will, das Gedeck zu 3,50 €
2. 11.00 - 12.00 Uhr Kostenlose Sonderführung durch die Ausstellung
3. Nachmittagskaffee ab 14.00 Uhr
Kaffee und Kuchen (bei schönem Wetter im Wassergarten) mit frischem Erdbeerkuchen und Sahne, Wasser, Bier und sonstigen kühlen Köstlichkeiten
4. 14.30 - 15.00 Uhr Vortrag "Biber-Projekt"
PowerPoint-Vortrag von Fr. Düssel-Siebert, Leiterin der Biologischen Station des Kreises Düren, ein- und ausgeleitet mit Wasser-Liedern vom Männergesangsverein "Eifelperle e.V."
5. 15.00 -15.30 Uhr Vortrag "Der Biber in der Eifel"
Bilder-Vortrag von Dr. Lutz Dalbeck, Biber-Experte der Biologischen Station des Kreises Düren
6. 14.00 - 17.00 Uhr Biber-Spiele und Basteln
Wir öffnen den großen Biber-Spiele-Koffer und zeigen den Kindern von 5-10 Jahren alles mit Staunen und Mitmachen über ein ganz erstaunliches Tier! Dazu läuft im Audio-Raum ein Kurzfilm über Biber in der Eifel.
7. Wir basteln ein AquaScope von 14.00 - 17.00 Uhr
Ein Unterwasser-Sehrohr (Kostenbeitrag 1,00 €), ab 5 Jahre
Wasser-Info-Zentrum Eifel

Burgenmuseum Nideggen

Ausführliche Betrachtung der Sonderausstellung „The way I must try?!" - Pilger und Pilgerwege vom 12. Jahrhundert bis heute mit Begleitprogramm im Burgenmuseum Nideggen
Sammlungen stellen eine Verbindung zwischen kultureller Vergangenheit und der Gegenwart dar: Im Burgenmuseum Nideggen kommt am Internationalen Museumstag die Sammlung der Sonderausstellung „The way I must try?!“ - Pilger und Pilgerwege vom 12. Jahrhundert bis heute“ zum Tragen. Heutige Pilger stehen in einer langen Tradition von Pilgern und Pilgerwegen. Die Exponate der Sonderausstellung greifen die jahrhundertelange Entwicklung des Pilgerns auf und schaffen eine Brücke zwischen den Anfängen bis heute. Das Burgenmuseum zeigt eine Ausstellung zu verschiedenen Pilgerorten und Pilgerwegen des Mittelalters, welche auch heute noch aktuell sind: Ein Schwerpunkt werden die Pilgererfahrungen nach Santiago de Compostela sein. Aber auch die Pilgerorte Jerusalem, Lourdes, Rom sowie heimische Pilgerwege der Eifel und des Rheinlandes haben ihren Platz in der Ausstellung. Skulpturen unter anderem von Adolf Valazza, Fotografien wie die von Hans-Günther Kaufmann, Holzschnitte von Detlef Wieland, historische Landkarten, persönliche Erinnerungen sowie die Darstellung der ausgestatteten Pilger vom 12. bis 15. Jahrhunderts, des 19. Jahrhunderts und des Pilgers von heute und viele weitere Exponate laden ein, sich auf die Spuren der Pilger zu begeben.
Hierzu gibt es ab 11.00 Uhr durchlaufende Angebote zum Themenbereich des Pilgerns: Ausstattung des Pilgers von gestern und heute: Pilgerhut, Pilgertasche können selbst genäht und gefilzt werden. Pilgerzeichen werden hergestellt und Pilgerstäbe geschnitzt und persönlich gestaltet. Pilgerwege durch das Museum sind mit Pilgerausweis und Stempel zu erkunden. Ziel ist der Erhalt der Pilgerurkunde. Musik und Tänze der Pilger sorgen für eine besondere Atmosphäre und laden zum Mitmachen ein. Rezepte und Gerichte der Pilger informieren über die Pilgerküche, welche auch zum Verweilen einlädt.
Im Rahmen des Internationalen Museumstages ist der Eintritt frei.
Burgenmuseum Nideggen

Glasmalereimuseum Linnich

Auf dem Museumsvorplatz (bei Regen im Inneren) findet von 11-17 Uhr der inzwischen VI. Linnicher Glasmarkt statt, auf dem Künstler und Kunsthandwerker ausgewählte Glasobjekte anbieten.
Ganztägig, ebenfalls von 11-17 Uhr, bieten wir freien Eintritt in die aktuelle Sonderausstellung „Kristalline Welten – Die Glasgemälde Heinrich Campendonks“ an. Sie können jeweils um 11, 11.30 Uhr oder 15 Uhr an einer Führung teilnehmen.
In der Museumswerkstatt wird der Aachener Glasmaler Michael Scheu um 14 Uhr die Technik der Bleiverglasung erläutern.
Für Kinder gibt es die Möglichkeit, zwischen 15-16.30 Uhr auf Glas zu malen; dazu gibt es ganztägig das Museumsrätsel oder Malen auf Papier.
Der Förderverein des Museums kümmert sich um das Kuchenbüffet für unsere Besucher.
Deutsches Glasmalerei-Museum Linnich

LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen

11-18 Uhr, EINTRITT, FÜHRUNGEN, WORKSHOP UND VORTRÄGE FREI!
Programm:
Ganztägig Kaffee und Kuchen, kalte und warme Getränke
12.00 bis 13.00 Dorfrundgang - Jüdische Orte im christlich geprägten Dorf
13.00 bis 14.00 Workshop - Mein Name auf Hebräisch
Im Workshop lernen die Teilnehmenden die 22 hebräischen Buchstaben kennen. Zum Schluss können alle ihren Namen schreiben.
Bitte beachten Sie, dass das Platzangebot für den Hebräisch-Workshop begrenzt ist. Es gilt: Wer zuerst kommt, schreibt zuerst.
14.30 bis 15.30
Führung für Kinder – Auf Spurensuche bei den Ullmanns
Führung für Erwachsene – Jüdisches Leben auf dem Land
16.00 bis 17.30 Zwei Vorträge zum Motto des Internationalen Museumstags „Sammeln verbindet – Museum collections make connections“
Wie die Schabbat-Lampe aus Amerika ins Rheinland zurückkam (Dorothee Lottmann-Kaeseler)
„Lamp’ herunter, Sorg’ hinauf!“ Eine kleine Kulturgeschichte der Schabbat-Lampe in Bildern (Dr. Ursula Reuter)
LVR_Kulturhaus Landsynagoge Rödingen

Stadtmuseum Düren

11-17 Uhr, EINTRITT und FÜHRUNGEN FREI!
13.00 und 15.00 Uhr: Führungen durch die Ausstellung: »Heimatfront. Düren und der Erste Weltkrieg«
Viele ältere Dürener werden sich vielleicht noch an die Notzeiten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern: Alles Lebenswichtige war mehr als knapp, von Nahrungsmitteln über Kleidung bis zu Brennstoffen. Jeder Tag brachte buchstäblich einen neuen Kampf ums Überleben.
Eine vergleichbare Situation hatte die Generation vorher auch schon erlebt. Denn als der Erste Weltkrieg begann, war das Deutsche Reich darauf, trotz aller militaristischen Töne, überhaupt nicht vorbereitet. Noch im Sommer 1914 begannen, nicht zuletzt durch die englische Blockade, die ersten Lebensmittel knapp zu werden. Und es folgten vier lange Jahre der zunehmenden Entbehrung, der Zwangsbewirtschaftung, der Improvisation, um wenigstens das Nötigste zum Überleben zu sichern. Das konnte aber nicht verhindern, dass Ende 1918 mehr als 800.000 Hunger-Tote zu beklagen waren.
So kämpfte die "Heimatfront" auf ihre Art auch einen nahezu aussichtslosen Kampf. Denn spätestens mit dem Übergang zum Stellungskrieg wurde klar, dass sich die Aussichten auf einen kurzen, siegreichen Feldzug und damit ein Ende der Not und des Mangels zerschlagen hatten.
Es nötigt einem heutigen Betrachter ein großes Maß an Bewunderung und Respekt ab, was trotz dieser bedrückenden Umstände an Opferbereitschaft und Gemeinschaftssinn – auch hier in Düren – zu verzeichnen war. Staat und Gesellschaft veränderten sich in diesen vier Jahren grundlegend, wenn auch ganz anders, als sich die Propagandisten des "reinigenden Krieges" das gedacht hatten.
Einige Facetten dieser kurzen, aber so umwälzenderen Zeitspanne zeigen will diese IV. Abteilung der Ständigen Ausstellung zur Dürener Stadtgeschichte.

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Ausstellung »Heimatfront« wird eröffnet

Schau zeigt Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf Düren

Viele ältere Dürener werden sich vielleicht noch an die Notzeiten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern: Alles Lebenswichtige war mehr als knapp, von Nahrungsmitteln über Kleidung bis zu Brennstoffen. Jeder Tag brachte buchstäblich einen neuen Kampf ums Überleben.

Eine vergleichbare Situation hatte die Generation vorher auch schon erlebt. Denn als der Erste Weltkrieg begann, war das Deutsche Reich darauf, trotz aller militaristischen Töne, überhaupt nicht vorbereitet. Noch im Sommer 1914 begannen, nicht zuletzt durch die englische Blockade, die ersten Lebensmittel knapp zu werden. Und es folgten vier lange Jahre der zunehmenden Entbehrung, der Zwangsbewirtschaftung, der Improvisation, um wenigstens das Nötigste zum Überleben zu sichern. Das konnte aber nicht verhindern, dass Ende 1918 mehr als 800.000 Hunger-Tote zu beklagen waren.

Zahlreiche Dürener Feldpostkarten und -briefe hat das Stadtmuseum in den vergangenen Monaten gesammelt.

So kämpfte die "Heimatfront" auf ihre Art auch einen nahezu aussichtslosen Kampf. Denn spätestens mit dem Übergang zum Stellungskrieg wurde klar, dass sich die Aussichten auf einen kurzen, siegreichen Feldzug und damit ein Ende der Not und des Mangels zerschlagen hatten.

Es nötigt einem heutigen Betrachter ein großes Maß an Bewunderung und Respekt ab, was trotz dieser bedrückenden Umstände an Opferbereitschaft und Gemeinschaftssinn – auch hier in Düren – zu verzeichnen war. Staat und Gesellschaft veränderten sich in diesen vier Jahren grundlegend, wenn auch ganz anders, als sich die Propagandisten des "reinigenden Krieges" das gedacht hatten.

Einige Facetten dieser kurzen, aber um so umwälzenderen Zeitspanne zeigen will die neue Ausstellung des Stadtmuseums über die "Heimatfront – Düren und der Erste Weltkrieg 1914-18", die ab dem kommenden Sonntag, dem 13. April, ab 11 Uhr zu sehen ist. Dazu gehören Informationen zum Einsatz Dürener Soldaten an den Fronten, dem ausgedehnten Dürener Reservelazarett, Patriotismus-Propaganda, militärischen Lebensläufen einzelner Dürener, der Versorgungssituation der Bevölkerung sowie Modelle eines Schützengrabens, einer Kochkiste und – als “interaktives” Angebot – die Möglichkeit einer “Nagelung”. Am Eröffnungstag wird zudem mit “Graupenauer”-Brot, Muckefuck und anderen "Köstlichkeiten" ein authentischer Geschmack der Zeit vermittelt.

Der Eintritt ins Stadtmuseum in der Arnoldsweilerstr. 38 ist wie immer frei.

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Hundert Jahre »Großer Krieg«

Themenprogramm Dürener Kulturinstitute April – November 2014

Zur Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor einhundert Jahren haben die Dürener Kulturinstitute Musikschule, Schloss Burgau, Stadtbücherei, Stadt- und Kreisarchiv, Theater Düren, Volkshochschule Rur-Eifel und Stadtmuseum Düren ein umfangreiches gemeinsames Programm zusammengestellt.

Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Aufführungen, Multimedia-Shows, sogar Kochevents laden zur Beschäftigung mit dem Thema und der Zeit ein.

Dank der großzügigen Unterstützung durch die Sparkasse Düren können (fast) alle Veranstaltungen für die Besucher entgeltfrei angeboten werden.

Änderungen an diesem Programm sind nicht beabsichtigt, können aber aus aktuellen Gründen notwendig werden. Daher bitten wir, auf die Ankündigungen in der Tagespresse, auf der Internetseite der Stadt Düren (www.dueren.de) oder des Stadtmuseums (www.stadtmuseumdueren.de) zu achten.

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Rätselhafte Flasche

27.02. <> Ein tolles Geschenk erhielten wir jetzt von Josef Almstedt aus Düren, das uns allerdings noch einige Rätsel aufgibt.

Die Prägung der Flasche lautet: Selterswasser
Mi.Was.Fabrik
von
Apotheker
Emil Claessen
Düren

Gefunden wurde diese Flasche angeblich bei Renovierungsarbeiten in der Rhein. Landesklinik unter den Dielen eines Fußbodens. Wenn es noch der Original-Fußboden gewesen sein sollte (was wir nicht wissen), wäre diese Flasche vor 1878, dem Jahr der Errichtung der Landesklinik, dort untergebracht worden.

Von dem Apotheker Emil Claessen lässt sich leider nichts finden. In den Geburtsregistern (19. Jhd.) von Düren ist dieser Mann nicht zu finden, weder als Kind noch als Vater. Auch in den einschlägigen Datenbanken ist er nicht nachzuweisen.
Im Adressbuch Düren von 1882 findet sich ein Carl Schmidt, Mineralwasserfabrik und Kohlenhandlung, Peschstr. 7, die allerdings im Adressbuch 1910 schon nicht mehr verzeichnet ist.
Im Adressbuch 1925 gibt es 2 Mineralwasserfabriken und Handlungen:
Hölscher, Heinr, Altejülicherstr. 44
Wynand Johann, Wilhelmstr. 7

Eine andere Möglichkeit wäre, dass Claessen ein in der Landesklinik angestellter Apotheker war.

Vielleicht können unsere Leser ja etwas zur Aufklärung beitragen?

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Handschriften die Geheimnisse entreißen

19.02. <> Bei der historischen Arbeit werden die Mitarbeiter des Stadtmuseums zwangsläufig auch mit handschriftlichen Quellen konfrontiert, seien es alte Kirchenbücher, Stadtratsprotokolle oder, wie jetzt im Zuge der Vorbereitung der Ausstellung zum Ersten Weltkrieg, mit einer Fülle von Feldpostbriefen. Nur in den seltensten Fällen sind solche Schriftstücke auf Anhieb entzifferbar, die Ausformungen der einzelnen Handschriften sind oft sehr "individuell".

Referent Anton van Reeken erläutert anhand eines Briefes von Friedrich Schiller die Technik des Entzifferns von Handschriften

Um sie dennoch entschlüsseln und somit auswerten zu können, bedarf es einer gewissen Technik. Diese zu vermitteln, war jetzt Ziel eines Workshops im internen Weiterbildungsprogramm, zu dem das Stadtmuseum mit Anton van Reeken einen ausgewiesenen Experten eingeladen hatte. Seit mehr als 50 Jahren in der Ahnenforschung tätig, gehört das Sezieren und Identifizieren von Handschriften zu seiner täglichen Arbeit.

Erscheint einem untrainierten Leser ein solches "Manu-Skript" zunächst wie eine Geheimschrift, wird mit systematischem Herangehen dem Schriftstück schnell alles Mystische genommen. Dazu werden, anders als beim normalen Leseprozess, zunächst einzelne Buchstaben identifiziert, dann kleinere Wörter, schließlich größere Passagen. Erweist sich ein Wort hartnäckig als nicht auflösbar, wird zum nächsten übergegangen. So ergibt sich allmählich ein Textgerüst, das immer weiter vervollständigt werden kann, bis das Schriftstück komplett übertragen ist.

Anton van Reeken, der übrigens schon zum zweiten Mal im Stadtmuseum zu Gast war, verstand es auf humorvolle Art, den gut zwei Dutzend Teilnehmern jegliche Scheu vor einer solchen Herausforderung zu nehmen. Der nächste Weiterbildungs-Workshop im Stadtmuseum wird sich mit der Technik der Bilderfassung und -bearbeitung beschäftigen.

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Großes Interesse an »Dürens Goldene Jahre«

12.02. <> Das ließen sich die Dürener nicht entgehen: Eine Buchvorstellung mit Rahmenprogramm, und dann auch noch Verkauf zum Sonderpreis …

Schon lange vor Beginn gab es keine Sitzplätze mehr

Bernd Hahne, der Vorsitzende des gastgebenden Trägervereins, konnte also ein volles Haus begrüßen. In einem kurzen Vortrag ging er auf die Entstehungsgeschichte des Buches ein:

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wenn ich die Autoren und Mitarbeiter des Buches, das wir Ihnen jetzt vorstellen möchten, hier vorne um mich versammeln würde, könnte ich Ihnen mit Fug und Recht zurufen:

Meine Damen und Herren, hier sehen Sie einen Haufen Bekloppte!

Positiv Bekloppte, nicht gemeingefährlich, möchte ich direkt betonen. Aber wie soll man das sonst nennen, wenn wir uns im Laufe des Jahres 2010, während noch die II. Abteilung unserer im Aufbau befindlichen Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen ist, daran machen, jene etwas mehr als vierzig Friedensjahre aufzuarbeiten, die für die Entwicklung dieser Stadt so bedeutsam sind? Ohne dass wir auch nur die geringste Vorstellung davon gehabt hätten, was da an Arbeit auf uns zukam.

Ansicht der Stadt von Südwesten

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, wo Sie hier so friedlich sitzen und nicht ohne Weiteres aufstehen und weglaufen können, Ihnen etwas über die Arbeit an diesem Buch, die Schwierigkeiten, aber auch die Freuden zu erzählen. Was daraus geworden ist, können Sie ja nachher selbst begutachten.

Das Ganze begann damit, dass wir uns über die Inhalte der Ausstellung verständigen mussten. Ein Team fand sich zur inhaltlichen Arbeit zusammen, Themen wurden mehr oder weniger nach persönlichen Vorlieben verteilt, manchmal auch mit sanftem Druck zugewiesen. Es ging ans Material Sammeln.

Stadtplan von 1897

In der ersten Zeit war dieser Prozess begleitet von ständigem Jammern und Wehklagen: Es gibt nix, ich find nix, hier steht auch nix drin. Das wurde in der zweiten Hälfte der Bearbeitungszeit abgelöst durch ein: Mein Gott, wer soll das alles verarbeiten?

Dazwischen lag die Phase der systematischen Quellenerschließung, so weit das mit unseren Mitteln möglich war. Dazu gehörte u.a. die Digitalisierung der städtischen Verwaltungsberichte, die Gott sei Dank nahezu komplett für diese Periode im Stadtarchiv vorliegen und eine unglaubliche Fülle an Daten und Informationen enthalten. Durch die Digitalisierung konnte jeder Autor in Ruhe die ihn betreffenden Kapitel durcharbeiten, ohne ständig ins Stadtarchiv laufen zu müssen.

Überhaupt: Stadtarchiv! Der Leiter dieses städtischen Institutes, Helmut Krebs, ist ja nicht nur Vorstandsmitglied des Trägervereins und einer der maßgeblichen Autoren, er hat auch die Bestände unseres Stadtgedächtnisses jederzeit zugänglich gemacht und immer wieder seine Kenntnis der vorhandenen Materialien genutzt, um den anderen Autoren weiter zu helfen. Ohne diese wirkungsvolle Kooperation hätte dieses Buch nicht so entstehen können.

Im Stadtarchiv befinden sich u.a. bisher nicht verarbeitete Pläne zur Dürener Peschschule

Neben diesen städtischen Archivalien und unseren eigenen, noch bescheidenen Beständen haben wir aber weitere, bedeutende Quellen erschlossen. Über einen Bereich, den der privaten Dokumente und Erinnerungen aus traditionsreichen Dürener Familien, wird Ihnen gleich Christel Kreutzer noch ein wenig erzählen.

Sie hat sich in unseren Kreisen die durchaus als Ehrentitel zu verstehende Bezeichnung "Trüffelschwein" erworben, weil sie mit unglaublicher Hartnäckigkeit und sehr, sehr viel Einsatz an Zeit und Energie viele ihrer Opfer überzeugt hat, ihr durchaus teilweise sehr wertvolle Familienstücke anzuvertrauen. Aber davon, wie gesagt, später mehr von ihr selbst.

Eine andere Quellengruppe hätte sich uns noch vor wenigen Jahren nicht annähernd so reichhaltig erschlossen wie das jetzt im Zeitalter des Internets und von Google Books möglich war. An dieser Stelle sei einmal gesagt, dass wir in unseren Reihen Menschen haben, die "auf dem Internet" spielen wie auf einer Klaviatur und Sachen aus den hintersten Winkeln des Netzes zugänglich machen, dass es nur so ein Staunen ist.

Ich nenne hier stellvertretend für eine ganze Reihe Anderer Rosi Plücken, die als professionelle Ahnenforscherin sozuagen im Netz lebt und es in grandioser Weise für unsere Zwecke nutzbar machte.

Und wenn Sie sich nachher ein Buch kaufen – wovon ich jetzt mal ganz sicher ausgehe –, dann werden Sie bei einer ganzen Reihe von Fotos, Dokumenten oder anderen Illustrationen als Quellenangabe: "Slg. Brauweiler" lesen.

Einer von vielen Original-Briefen aus der Sammlung von Josef Brauweiler

Heinrich Brauweiler, den alle aber merkwürdiger Weise Josef nennen, ist seit vielen Jahren ein beharrlicher und konsequenter Sammler von allem, was irgendwie mit Düren zu tun hat. Dazu nutzt auch er natürlich jetzt das Netz, er ist unser "ebay-König" und hat uns schon so manchen veritablen Schatz für kleines Geld ersteigert. Viel wichtiger aber war, dass er uns seine schier unerschöpflichen Bestände vollkommen uneigennützig und problemlos zur Verfügung gestellt hat, was angesichts der oft richtig seltenen Stücke alles andere als selbstverständlich ist.

Es war in der Endphase der Buchherstellung oft so, dass ich für ein bestimmtes Kapitel noch gerne eine Illustration gehabt hätte; dann warf ich Josef im wahrsten Sinne des Wortes ein Stichwort hin und am anderen Morgen stand er mit einem Packen zur Auswahl in der Tür. Dieses Buch ist, auch wenn er keine Zeile geschrieben hat, zu einem großen Teil auch sein Werk.

Unser erstes Etappenziel aber war ja, wie ich eben schon sagte, die Gestaltung der Ausstellung, unserer nun dritten. Und es stellte sich heraus, dass wir für eine ganze Reihe von Bereichen weitaus mehr Material hatten als in den doch begrenzten Räumlichkeiten hier zu präsentieren gewesen wäre. Alldieweil wir nicht, wie in den großen Museen, einen Obermacker als Kurator haben, der sagt, wo's lang geht, ergaben sich – nun, sagen wir: Leichte Dispute um die Verteilung des Platzes für bestimmte Themen. Das haben wir ohne größere Personenschäden lösen können.

Es wurde dann aber sehr schnell klar, dass wir unser Material, das über die Ausstellung hinaus ging, in einer Publikation versammeln wollten. Dabei war zunächst nur an eine Art Begleitheft zur Ausstellung gedacht, das zu den einzelnen thematischen Bereichen tiefergehende Informationen bereit halten sollte. Als wir dann aber daran gingen, die einzelnen Kapitel zusammen zu stellen, wurde deutlich, dass daraus ein richtiges Buch werden würde.

Dabei muss und will ich auch an dieser Stelle klar stellen, dass wir nicht den Anspruch erheben, alle wesentlichen Themen, die eine Behandlung erfordert hätten, in diesem Buch zu versammeln. So fehlt beispielsweise der Sport, der ja gerade gegen Ende des 19. Jahrhunderts einen großen Aufschwung nahm, wie zahlreiche Vereinsgründungen belegen.

Erinnerung der Turngesellschaft Düren an das Deutsche Turnfest 1898 in Hamburg

Es fehlt eine Darstellung der sozialen Kämpfe und der Organisationen der Arbeiterbewegung, sowohl der christlichen als auch der freien, um nur zwei wichtige Themen zu nennen.

Und innerhalb der vorgelegten Kapitel, das werden die Experten schnell merken, gibt es immer noch viele Lücken, die wir nicht haben füllen können. Zum Teil fehlten die Quellen, zum Teil waren die Angaben widersprüchlich und ließen sich in verschiedene Richtungen interpretieren, zu einem kleinen Teil waren Angaben auch irreführend oder schlicht falsch.

Trotz all dieser Mängel – die vielleicht nicht Jeder als solche empfindet – haben wir, das ist unsere feste Überzeugung, ein nach bestem Wissen und Gewissen korrektes, umfassendes und vor allem lesenswertes Buch gemacht.

Denn das haben wir, wenn wir es nicht schon gewusst haben, gelernt: Die Geschichte dieser Stadt ist spannend, auf- und anregend und bietet so viel zu entdecken, gerade auch in den hier behandelten Jahrzehnten.

Das heißt nicht, dass die Entdeckungen immer angenehm wären. Wir hatten irgendwie die Vorstellung – und vielen von Ihnen wird es genau so ergehen –, dass Düren als reiche Stadt, als die sie immer bezeichnet wird, auch einem solchen Reichtum angemessene Verhältnisse aufzuweisen hatte. So war das Erstaunen, vielleicht auch Erschrecken nicht gering, als wir erfahren mussten, dass die Säuglingssterblichkeit noch im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts höher war als vierzig Jahre vorher. Ungefähr ein Fünftel der Neugeborenen überstand das erste Lebensjahr nicht.

Kinderbilder aus der Zeit der Jahrhundertwende

Auch die politischen Verhältnisse waren nicht annähernd vergleichbar mit denen, die wir heute kennen. Nur ein geringer Prozentsatz der männlichen Bevölkerung konnte überhaupt wählen, durch das Dreiklassenwahlrecht wurden diese Stimmen dann noch einmal so "gelenkt", dass die Stadtverordnetenversammlung weitgehend aus Fabrikanten und mit diesen in geschäftlicher oder gesellschaftlicher Beziehung stehenden freien Berufen wie Architekten, Rechtsanwälten, Ärzten usw. bestand.

Erstmals versuchten wir eine Aufstellung aller Stadtverordneten jener Zeit

Erst in der letzten Wahlperiode vor dem Ersten Weltkrieg kam mit einem Weber nominell ein Arbeiter dazu. Im Übrigen haben wir zum ersten Mal den Versuch unternommen, die politischen Vertreter der Stadt in einer Übersicht zusammen zu stellen.

Im Bereich der Industrie gibt es noch großen Forschungsbedarf

Das gilt in ähnlicher Weise für die Dürener Industrie. Bis auf die verdienstvolle Arbeit von Geuenich zur Dürener Papierindustrie hat es bisher keinen nennenswerten Versuch gegeben, einen kompletten Überblick über die doch angeblich so weltberühmte Dürener Industrie jener Zeit zu bieten. Dabei ist es schon erstaunlich, dass sich selbst zu nach zeitgenössischer Aussage weltweit tätigen Dürener Firmen kaum oder gar keine Spuren nachweisen lassen. Hier ist noch viel Forschungsarbeit zu leisten.

Einem speziellen Industriezweig werden wir in unserem nächsten Buch, das sich mit der Zeit des Ersten Weltkrieges in Düren befassen wird, ein eigenes Kapitel widmen, den Dürener Rüstungsbetrieben nämlich. Dazu zählt ohne Zweifel die sogenannte "Pulvermühle", die vor allem bekannt wurde durch eine Explosion in ihren Räumen am 23. Mai 1914, die insgesamt acht Menschen das Leben kostete.

Schlagzeile zur Explosion in der Schiesswollfabrik

Trotz aller Bemühungen der Stadt, diesen Betrieb daraufhin still zu legen, wurde die Produktion in den nächsten Jahren noch erheblich ausgeweitet, und es erfüllt einen heute noch mit Schaudern, wenn man feststellt, dass hier in Düren, auch entgegen behördlicher Anweisungen, Mengen an Sprengstoff gelagert waren, die ausgereicht hätten, große Teile der Stadt dem Erdboden gleich zu machen.

Arbeiterinnen beim gemeinsamen Abendessen in der Flachsspinnerei

Schmerzlich empfunden haben wir die Tatsache, dass es so gut wie keine authentischen Quellen gibt zum täglichen Leben der einfachen Leute, der Fabrikarbeiter, Handwerker oder kleinen Kaufleute. Zwar werden wir gleich einige Auszüge aus Lebenserinnerungen hören, die auch als Quellentexte im Buch vorhanden sind, doch handelt es sich eben um Darstellungen aus dem Großbürgertum, die natürlich auch wertvoll sind, aber eben nur eine Seite der Medaille beleuchten.

Private Festgesellschaft in der "Harmonie"

Auf den Punkt gebracht kann man sagen, dass wir über den Silberschmuck in den Kirchen des Dürener Landes besser Bescheid wissen als über die Lebensverhältnisse unserer Großeltern.

Bevor ich jetzt übergebe an Christel Kreutzer und das Ehepaar Hoesch, habe ich noch die angenehme Pflicht, einen öffentlichen Dank auszusprechen an die Victor Rolff-Stiftung in Vettweiß, die die Herstellung dieses Buches mit einer großzügigen Spende gefördert hat. Dadurch ist es möglich geworden, das Buch zum Preis von 24.95 € in den Buchhandel zu bringen. Hier und heute kostet es sogar nur 19.95 €, was nun wirklich regelrecht geschenkt ist. Vielen Dank!


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Buchvorstellung »Dürens Goldene Jahre«

05.02. <> Am Dienstag, dem 11.02., ist es endlich so weit: Das erste Buch der neuen Schriftenreihe des Stadtmuseums kann der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

352 Seiten, zahlreiche Abb., Grafiken und Tabellen, fester Einband, ISBN 978-3-942513-22-7

Nahezu drei Jahre haben die insgesamt zwölf Autoren an Konzept, Recherche und schließlich Erstellung der Texte gearbeitet. Ursprünglich nur als Begleitheft für die derzeit laufende Ausstellung gedacht, wurde schnell klar, dass wesentlich mehr Material vorhanden war, als man in der Ausstellung in den begrenzten Räumlichkeiten des Stadtmuseums unterbringen konnte.

Ermutigt zu der jetzt doch umfangreichen Arbeit wurden die Autoren auch dadurch, dass zu dieser für Düren so bedeutsamen Zeit erstaunlicher Weise nichts an zusammenhängenden und einigermaßen detaillierten Darstellungen vorhanden ist. Dabei hat sich in jenen mehr als vierzig Friedensjahren die Stadt in einem Tempo entwickelt, wie es nie vorher und nachher der Fall war. Nicht nur, dass sich die Einwohnerzahl verdreifachte, auch viele von den kommunalen und sozialen Einrichtungen, die wir heute noch kennen und nutzen, entstanden zu jener Zeit.

Blick in das Innere des 1901 entstandenen städtischen Elektrizitätswerkes an der Paradiesstraße.

Ganz auf den Bezug zur Ausstellung wurde natürlich nicht verzichtet. So sind zu verschiedenen Kapiteln Objekte mit Erläuterungen abgebildet, damit diese in Teilen erhalten bleibt, auch wenn sie in absehbarer Zeit für die Folgeabteilung abgebaut werden wird.

Eine wertvolle Ergänzung der darstellenden Texte bilden die (teilweise in Auszügen) eingefügten Quellentexte, von denen viele bisher unbekannt oder unzugänglich waren. Dazu zählen zeitgenössische Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge, persönliche Erinnerungen und offizielle Verlautbarungen, die bestimmte Sachverhalte oft erst erklärlich machen.

Das Buch "Dürens Goldene Jahre. 1871-1914", 352 Seiten, fester Einband mit Lesebändchen, wird im Rahmen eines kleinen Programms am

Dienstag, dem 11.02., 18 Uhr

im Stadtmuseum Düren vorgestellt und ist selbstverständlich dann dort auch zum Preis von 19,95 € erhältlich (Buchhandelspreis 24,95 €).


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Neue Ausstellung in Vorbereitung!

28.01. <> Die seit Dezember 2012 laufende Ausstellung über „Dürens Goldene Jahre“ hat bis heute viele interessierte Dürener ins Stadtmuseum gelockt und bei ihnen einen nachhaltig positiven Eindruck hinterlassen. Die Aufarbeitung dieses Themas, nämlich die Stadtgeschichte von 1871 bis 1914, wird als Novum in der noch kurzen Existenz des Stadtmuseums auch in Form einer begleitenden Publikation präsentiert, die in den vergangenen Monaten mit viel Aufwand erstellt wurde und die im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann.

Konzentriertes und trotzdem entspanntes Arbeiten am Konzept der neuen Ausstellung

Ungeachtet dessen arbeiten die unermüdlichen Ehrenamtler im Stadtmuseum bereits an einem neuen Thema, nämlich dem Ersten Weltkrieg. Allerorten wird in diesem Jahr an die Entfesselung des Weltbrandes vor einhundert Jahren und an seine Opfer erinnert. Die vielfältigen Auswirkungen auf Düren sind bisher kaum untersucht worden – und genau das will man im Stadtmuseum jetzt anpacken. Zu einem Workshop trafen sich am vergangenen Samstag gut zwei Dutzend am Thema interessierte Mitglieder des Trägervereins, um Strukturen und Arbeitsschwerpunkte festzulegen. Weitere Treffen sowie eine Menge geistiger und handwerklicher Fleißarbeit werden nötig sein, um wie geplant die nächste Ausstellung mit dem Titel „Heimatfront“ im April dieses Jahres für die Bevölkerung eröffnen zu können.

Kreativität wird dabei mehr denn je gefragt sein, denn die mittlerweile entstandene räumliche Enge im Museum lässt eine Darstellung der Exponate und Dokumente nur auf begrenztem Raum zu. Dennoch sind alle Dürener aufgerufen, die Ausstellung durch mögliche Objekte, die sich in ihrem Besitz befinden, zu bereichern. Schon jetzt staunen die Verantwortlichen über die vielen eindrucksvollen Gegenstände und Dokumente, die einhundert Jahre nach Ausbruch des Krieges die Zeit überdauert und aus privater Hand den Weg ins Stadtmuseum gefunden haben. Wer etwas beisteueren möchte, ist jeden Dienstag ab 18 Uhr oder sonntags von 11 bis 17 Uhr im Stadtmuseum, Arnoldsweilerstraße 38, herzlich willkommen.


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Von Knochensuppe und Rindfleischtee

Rezepte aus dem Ersten Weltkrieg

17.01. <>Früher aßen die Menschen andere Dinge als heute. Diese Tatsache ist wenig überraschend. Doch wenn man sich einmal näher mit Gerichten von vor rund einhundert Jahren beschäftigt, stößt man mitunter auf so manches Rezept, das damals als Delikatesse galt, nun jedoch gemeinhin Gänsehaut verursacht. Wer würde sich schon heutzutage über ein Murmeltierragout freuen, und wem würde beim Gedanken an Maikäfersuppe das Wasser im Mund zusammenlaufen? Doch in Kochbüchern aus dem späten 19. Jahrhundert findet man zahlreiche Rezepte dieser Art, und außerdem Hinweise, dass diese Gerichte nur zu besonderen Gelegenheiten gekocht wurden – sie waren also etwas ganz Besonderes und denen vorbehalten, die sich so etwas leisten konnten.

Mitarbeiter des Stadtmuseums sammelten im Herbst im Burgauer Wald schon einmal „Rohstoffe“ für die kommende Ausstellung

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, veränderte sich das Leben aller Menschen, egal ob arm oder reich. Wie stark – das lässt sich auch an den Kochbüchern und Rezepten aus dieser Zeit ablesen. Plötzlich musste man vielfach ohne Fleisch, ohne Fett und ohne Eier auskommen, und einige Lebensmittel erhielt man nur noch gegen Lebensmittelmarken. Doch die pfiffige Hausfrau griff zum Sparkochbuch und bereitete Eis und Kriegspfannkuchen ohne Eier oder Kaffee aus Getreide oder Bucheckern. Statt Kartoffelbrei gab es Kastanienpüree, und Pilze und Wildkräuter sammelte man selber im Wald. Von den Schlachttieren – sofern vorhanden – wurde fortan alles verwertet, denn man konnte es sich nicht leisten, etwas wegzuwerfen. So entstanden Rezepte für so wohlklingende Gerichte wie „Braune Knochensuppe“, „Lungenmus“, „Ochsenmaulsalat“, „Fleischreste-Pudding“ oder „Rindszunge in brauner Tunke“. Kranken und Genesenden bereitete man einen heißen „Rindfleischtee“ und Seife stellte man selber aus eventuell anfallenden und ungenießbaren Fettresten her. Der Einfallsreichtum und die Sparhinweise kannten keine Grenzen.

Doch all diese, heute ein wenig skurril anmutenden Bemühungen, den vielerorts herrschenden Hunger zu bekämpfen, sollen nicht darüber hinweg täuschen, wie groß die Not der Menschen trotz Ersatz-Produkten, Sparrezepten und Wildsammlungen wirklich war: Man kann es heute kaum noch nachempfinden, doch alleine in Deutschland starben zwischen 1914 und 1918 etwa 800.000 Menschen an Hunger und Unterernährung.

Das Thema "Ernährung in Kriegszeiten", Verwaltung des Mangels, aber eben auch die dadurch erzwungene Kreativität wird ein Schwerpunkt der Ausstellung „Heimatfront“ zum Ersten Weltkrieg in Düren sein, die im April 2014 im Stadtmuseum eröffnet wird.


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Stadtmuseum Dueren