Stadtmuseum ab sofort wieder offen

Nach der kurzen Sommerpause hat das Stadtmuseum in der Arnoldsweilerstr. 38 ab sofort wieder jeden Sonntag von 11-17 Uhr geöffnet. Dann ist nur noch für kurze Zeit der erste Teil der Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen, der sich mit der Zeit von den Anfängen bis zum Ende der französischen Besatzung 1813 beschäftigt. Für November in Vorbereitung ist die Ausstellung zum folgenden Zeitraum von der Eingliederung in das preußische Königreich bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871.
Der Eintritt ist nach wie vor frei, Führungen werden nach Absprache gerne angeboten.


* * * * * * *
Neue Veranstaltungsreihe im Stadtmuseum

Dürener auf der Couch: Georg Stollenwerk
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist zu Ende, die Bambini-Truppe um Bastian, Mesut und Thomas hat uns sehr viel Spaß gemacht und nebenbei noch den einen oder anderen Rekord aufgestellt, z.B. am häufigsten ein WM-Halbfinale erreicht. Was macht den Geist der Truppe aus, wie funktioniert eine solche Mannschaft und warum kann sie plötzlich so herrlichen Fußball spielen?
Einer, der das ganz genau wissen muss, eröffnet eine neue Veranstaltungsreihe im Dürener Stadtmuseum. Als erster Gast auf der Dürener Couch wird der Alt-Internationale Schorsch Stollenwerk nicht nur die aktuelle WM analysieren, sondern auch aus seinem eigenen reichhaltigen Sportlerleben erzählen. Von 1951 bis 1960 Nationalspieler, nahm er an den Olympischen Spielen in Helsinki und der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden teil. Der Triumph von Bern blieb ihm versagt, weil er ein Jahr zuvor von Düren 99 zum FC gewechselt war statt nach Kaiserslautern, was ihm der „Chef“ verübelte.



Karl-Heinz Schnellinger und Schorsch Stollenwerk bei ihrer Rückkehr aus Schweden 1958. Foto: Stadtarchiv Düren

Der charmante (fast) 80-jährige, der seiner Geburtsstadt immer treu geblieben ist, wird sich am nächsten Dienstag, dem 13. Juli, ab 19 Uhr im Dürener Stadtmuseum den Fragen der Moderatoren und des Publikums stellen. Der Eintritt ist frei.

* * * * * * *
Zeugnisse des 1. Weltkrieges aus erster Hand
Schüler im Stadtmuseum auf Spurensuche

Geschichtsunterricht einmal in anderer Umgebung erleben wollten 22 Schüler des Grundkurses 12 Geschichte des Rurtal-Gymnasiums. Auf dem Stundenplan stand der 1. Weltkrieg, und im Stadtmuseum wollte man nach Spuren dieses Krieges auch in Düren suchen.
Dazu hatte die Lehrerin Alexandra Pelzer mit Bernd Hahne Kontakt aufgenommen, der für die sehr interessierten Jugendlichen einiges an Material vorbereitet hatte. So konnte an Hand von Postkarten nachvollzogen werden, wie die Dürener vor fast 100 Jahren dem Militär gegenüber standen, das zur damaligen Zeit nicht nur selbstverständlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens war, sondern für viele junge Männer auch ein erstrebenswertes Berufsziel darstellte.


Ein handgeschriebener Brief eines Soldaten an seine Liebste in der Heimat stimmte dann schon nachdenklicher. Da war von vielen Tausend Toten die Rede, vom Abschlachten und von der Sehnsucht des jungen Mannes nach seiner Familie.

Sehr gut nachvollziehen konnten die Schüler die in verschiedenen Schulfestschriften vorhandenen Erzählungen und Erinnerungen an jene Zeit. Ein langer Beitrag in der Jubiläumsschrift des Wirteltor-Gymnasiums zum 100-Jährigen im Jahre 1928 schildert den Wandel von der anfänglichen Euphorie über die Belastung auch in der Heimat (Sammeln und Abgabe von Rohstoffen, Nahrungsmittelknappheit) bis zur Ernüchterung mit fortwährender Dauer des Krieges und Trauer über gefallene Lehrer oder Mitschüler.
Zuvor hatten sich die jugendlichen Besucher anhand des Stadtmodells ein lebendiges Bild davon machen können, wie es in Düren vor fast vierhundert Jahren ausgesehen hat.

* * * * * * *
Ne dicke Halfe oder welche Frauen ein Bauer nicht heiraten sollte!
Erklärungen zu dieser Frage gibt am 15.6., 19.00 Uhr, im Dürener Stadtmuseum der Leverkusener Historiker Frank Stupp M.A.

Im 17., 18. und frühen 19. Jahrhundert bestimmten die Halfen, Pächter großer Höfe, das Leben in den Dörfern des Dürener Landes. Wie lebten sie und die anderen Dörfler? Waren sie wirklich so reich, wie immer behauptet wird? Wie groß war ihr Besitz, wen heirateten sie? Wie versorgten sie ihre Kinder, was passierte, als die Franzosen die großen Höfe verkauften? Der Vortrag möchte anhand vieler Beispiele die Zuhörer auf eine Zeitreise zu ihren Vorfahren mitnehmen. Zum Schluss lüftet Stupp dann auch das Geheimnis, wen ein Bauer - dem Volksmund zufolge - nicht heiraten sollte.

* * * * * * *
Letzte Chance für Ahnenforscher
Wer bis jetzt den reichen Onkel in Amerika noch immer nicht ausfindig gemacht oder sonst Fragen zur Geschichte seiner Familie hat, kann am kommenden Sonntag, dem 2. Mai, zum letzten Mal in diesem Jahr die Hilfe der Profi-Genealogen im Stadtmuseum in Anspruch nehmen.
Von 11-16 Uhr zeigen die Ehrenamtler der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, wie man mit und ohne Computer einen Stammbaum zusammenstellt, Dokumente der eigenen Vorfahren ausfindig macht und an den richtigen Orten die richtigen Fragen stellt. Ab Juni wird diese Beratung voraussichtlich wieder im Freilichtmuseum Kommern statt finden.

* * * * * * *
Schüler des Stiftischen zu Gast
Im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts, in dem das Thema „Imperialismus“ auf dem Plan stand, war jetzt eine weitere Gruppe der Jahrgangsstufe 12 des Stiftischen Gymnasiums mit ihrem Lehrer Marcel Klemm zu Gast im Stadtmuseum, um sich vor allem die Schillings-Sammlung anzusehen. Carl Georg Schillings war Ende des 19. Jhdts. mehrere Male auf großen Expeditionen in Deutsch-Ostafrika unterwegs, zunächst als Jäger, später als engagierter Tier- und Naturschützer. Sachkundige Informationen zu dem geborenen Gürzenicher erhielten die Schüler von Rolf Terkatz, dem Betreuer der Schillings-Sammlung.
Ihren Besuch nutzten die Schüler aber auch, um sich in der Ständigen Ausstellung des Stadtmuseums umzusehen.


* * * * * * *
Erstes Ehrenmitglied des Trägervereins
Gerade mal ein Jahr ist er alt, der Trägerverein für das Stadtmuseum, und hatte jetzt schon Anlass genug, sein erstes Ehrenmitglied zu ernennen. Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung, Josef Winthagen aus Rölsdorf damit für die vielen hundert Arbeitsstunden zu danken, die er in die Erstellung des Stadtmodells von Düren investiert hat.

Bürgermeister Paul Larue als Vorsitzender des Trägervereins und sein Stellvertreter Bernd Hahne überreichen Josef Winthagen, begleitet von seiner Ehefrau, die Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft.

Dieses Highlight der Ausstellung im Stadtmuseum, gefertigt auf der Grundlage des Vogelschauplans von Wenzel Hollar aus dem Jahre 1634, ist wunderbar geeignet, den Besuchern das Leben im Düren der frühen Neuzeit nahe zu bringen. Immerhin, das darf man nicht vergessen, entstand der Plan des tschechischen Künstlers mitten in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges.

Fast 200 Jahre später, mit dem Sieg über Napoleon, endet der erste Abschnitt der Ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte, der derzeit im Stadtmuseum zu sehen ist. Er wurde im November vergangenen Jahres, nach nur halbjähriger Vorbereitungszeit, der Öffentlichkeit präsentiert und hat bis jetzt viele hundert Besucher gefunden.

Intensiv gearbeitet wird jetzt am zweiten Abschnitt, der die Zeit von 1815, dem Eintritt der Rheinlande ins Königreich Preußen, und 1871, der Gründung des Deutschen Reiches, umfassen soll. Themenschwerpunkte werden die Entwicklung der kommunalen Verfassung im Spannungsfeld zwischen napoleonischen Errungenschaften und preußischen Begehrlichkeiten, die für Düren so wichtige Phase der Frühindustrialisierung, der Ausbau der Infrastruktur – besonders bedeutend hier der Anschluss an die Eisenbahn 1841 –, die Entwicklung des Schulwesens und die Behandlung der „Sozialen Frage“ sein. Dazu haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die sich vor allem auch den Quellen im Stadtarchiv widmen werden, die bisher kaum ausgewertet worden sind.

Wer Interesse an diesen Themen hat, mitarbeiten oder auch einfach nur zuhören möchte, ist herzlich zu den Offenen Treffs jeden Dienstag ab 18 Uhr oder zu den Sonntagsöffnungszeiten von 11-18 Uhr ins Stadtmuseum in der Arnoldsweilerstr. 38 eingeladen.

* * * * * * *
Ahnenforscher-Beratung im Stadtmuseum Düren
Sie wüssten gern, wo die Wurzeln Ihrer Familie liegen? Sie haben von einem reichen Onkel in Amerika gehört, der irgendwann ausgewandert sein soll? Sie würden gerne ein großes Familientreffen organisieren?

Wenn Sie da eine Menge Fragen haben – was verständlich wäre –, dann kann Ihnen jetzt weiter geholfen werden: Die Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde (WGfF) bietet von Februar bis Mai am jeweils ersten Sonntag des Monats von 11-16 Uhr mit einem Team von erfahrenen, ehrenamtlich tätigen Familienforschern kostenlose Beratung und Unterstützung. Dazu stehen u.a. Nachschlagewerke, CD-ROMs und Internet-Datenbanken im Stadtmuseum Düren, Arnoldsweilerstr. 38, zur Verfügung.

Bitte bringen Sie bei Ihrem Besuch Ihre Unterlagen (Familienstammbuch, Ahnentafel, Urkunden) mit und suchen Sie unter fachkundiger Anleitung nach Ihren Vorfahren oder auch nach Verwandten, die nach Amerika ausgewandert sind.

Angesprochen sind sowohl Anfänger, die eine Starthilfe wünschen, Forscher mit und ohne Computer, als auch erfahrene Forscher, die dem Internet bisher skeptisch gegenüber standen oder sich einfach nur austauschen wollen.

Jeden ersten Sonntag im Monat von 11-16 Uhr:

Sonntag, 07.02.2010
Sonntag, 07.03.2010
Sonntag, 04.04.2010
Sonntag, 02.05.2010

* * * * * * *
„Schnuppertag“ im Stadtmuseum
Es war, als hätten die Dürener darauf schon lange gewartet: Als am 1. Advent das neue Stadtmuseum zu einem „Schnuppertag“ seine Tore öffnete, stürmten gleich mehrere hundert Besucher die Räume der ehemaligen Sparkassenfiliale in der Arnoldsweilerstraße 38.
br> Gerade mal ein halbes Jahr ist es her, dass sich im Rathaus ein „Trägerverein Stadtmuseum Düren e.V.“ gründete mit dem Ziel, dieses ehrgeizige Projekt, angeregt durch den Erfolg der 50er-Jahre-Ausstellung im letzten Jahr, in die Tat um zu setzen. Denn dass in Düren ein Ort fehlte, an dem die Stadtgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes „handgreiflich“ dargestellt wurde, darin waren sich viele einig. Nur hatte es bisher an der nötigen Energie und Beharrlichkeit gefehlt, dem Wunsch auch etwas folgen zu lassen.
Natürlich waren viele skeptisch, als die Dürener Geschichtswerkstatt vollmundig verkündete, ein solches Museum auf ehrenamtlicher Basis nicht nur aufbauen, sondern auch betreiben zu wollen. Durch die Großzügigkeit der Sparkasse Düren, die für dieses Vorhaben nicht nur ihre ehemalige Filiale zur Verfügung stellte, sondern auch noch ein Startkapital spendierte, bekamen die Aktiven diese Chance und konnten jetzt, von Beginn an tatkräftig unterstützt vom Dürener Stadtarchivar Helmut Krebs und einer ständig wachsenden Zahl neu Hinzugekommener, eindrucksvoll demonstrieren, dass sie den Mund nicht zu voll genommen hatten.
Immerhin hatten sie nicht von „Eröffnung“ gesprochen, hätte das doch die Erwartung geweckt, man sei „fertig“ mit dem Museum. Das wäre jedoch in einem halben Jahr auch nicht ansatzweise zu schaffen gewesen, zumal es zu vielen Bereichen – Düren ist ja in seiner Geschichte zwei Mal fast total zerstört worden – an Ausstellungsstücken einfach fehlt. So beschränkte man sich zunächst auf die schlaglichtartige Darstellung zentraler Stationen Dürener Stadtgeschichte bis zum Ende der Franzosenzeit. Schautafeln, Pläne, Urkunden, Gedenk- und Grabsteine, Handwerksgeräte und viele andere Dinge mehr erläuterten die Entwicklung Dürens von der ersten urkundlichen Erwähnung 747 – zum ersten Mal wird übrigens eine farbige Kopie der entsprechenden Seite in den „Metzer Annalen“ gezeigt – über den Beginn der Stadtbefestigung bis zur fast zwanzig Jahre dauernden Besetzung durch die Truppen Napoleons. Die Bedeutung der „Überbringung“ des Anna-Hauptes im Jahre 1501 wird ebenso dargestellt wie die Rolle der Zünfte und des Handwerks, ein „Freiheitsbaum“ kann ebenso bestaunt werden wie historische Uniformen und Gewänder.
Eindeutiges „Highlight“ der Ausstellung im großen Saal ist aber das von Josef Winthagen in vielen hundert Stunden maßstabsgetreu nach dem Plan von Wenzel Hollar gefertigte Stadtmodell von 1634. Stets dicht umlagert, bietet es auf einmalig anschauliche Weise Einblick in das Leben in Düren vor fast 400 Jahren – als „die Baach“ noch durch die Straßen floss, nicht nur Gärten, sondern kleine Felder innerhalb der Stadtmauern existierten und vor dem Rathaus auf dem Marktplatz Pranger, Bock und Galgen auf die Delinquenten warteten.
Im zweiten großen Raum hatten die Museumsmacher einen kleinen Ausschnitt dessen aufgebaut, was sie in den letzten Monaten, vor allem durch die große Resonanz in der Bevölkerung, gesammelt hatten. Vom alten Paternoster-Diaprojektor über die Turmspitze einer mittlerweile abgebrochenen Villa und zahlreiche bildliche Darstellungen beliebter Dürener Motive bis zu persönlichen Dokumenten aus vielen Jahrzehnten reichte das Spektrum und sollte vor allem animieren, auf den eigenen Speichern und in den eigenen Kellern nach zu sehen, ob sich noch etwas für die Zwecke des Museums Brauchbares finden lässt.
Neben dem stillen Betrachten und Staunen bot der „Schnuppertag“ aber auch reichlich Gelegenheit zu Gesprächen, Erinnerungen und Stöbern in alten Zeitungen. Alle Hände voll zu tun hatten auch die Genealogen, die gleich an drei Tischen Rat und Tat bei der Ahnen- und Familienforschung anboten.

Die tolle Resonanz hat den Aktiven richtig Auftrieb gegeben, weiter zu machen. So wird in den nächsten Monaten nicht nur intensiv an den noch fehlenden Teilen der Ausstellung gearbeitet, sondern man hat auch
jeden Sonntag von 11-17 Uhr für Besucher geöffnet – bei freiem Eintritt übrigens, was jedoch keinen von einer willkommenen Spende abhalten soll. Daneben sind auch beim „Offenen Treff“ jeden Dienstag ab 18 Uhr Interessierte jederzeit herzlich willkommen (siehe auch die Presseberichte  zum „Schnuppertag“).

Einen kleinen
Bilderbogen vom „Schnuppertag“ gibt’s hier .



Logo
Stadtmuseum Dueren