Auch wenn sie in der bisherigen Stadtgeschichtsschreibung so gut wie gar nicht auftauchen, es hat sie gegeben: Kommunisten in Düren.
In den Wahlen der Weimarer Zeit erreichten sie durchweg beachtliche Stimmenzahlen, waren auch mit Sitzen in Kreistag und Stadtrat vertreten – aber von einer irgendwie gearteten Erinnerung an ihr Wirken oder gar von einer schriftlichen Überlieferung kann keine Rede sein.
Dabei böte sich möglicher Weise durchaus ein farbenprächtiges Bild. Hatten die politischen Auseinandersetzungen in den Jahren zwischen 1918 und 1933 doch einen ganz anderen Charakter als jene der Nachkriegszeit, von den Casting-Shows heutiger Tage ganz zu schweigen. Mit unglaublicher Vehemenz wurde da auf den politischen Gegner eingedroschen, da standen sich Klassen gegenüber, die ihren Kampf teilweise auf der Straße ausfochten.
Dazu hatten sich die Parteien ihre eigenen Organisationen geschaffen, die man – positiv gesehen – als Ausdruck wehrhafter Demokratie interpretieren könnte: Das "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" von SPD, DDP und Zentrum, dem im rechten Spektrum der "Stahlhelm" und die "Sturm-Abteilungen" (SA) der Nazis gegenüberstanden.
Auf der äußersten Linken versuchte die KPD, dem mit dem "Roten Frontkämpfer-Bund" etwas entgegen zu setzen. Offiziell von der Partei unabhängig und ursprünglich die "Organisation der Weltkriegsteilnehmer des Proletariats", wurde er sehr schnell zum ausführenden Organ der KPD in den handfesten Auseinandersetzungen jener Zeit.
Beliebtes Mittel, um die eigene Stärke zu demonstrieren, waren Ausmärsche, möglichst mit eigener Musikkapelle und in Uniform. Damit auch genügend Teilnehmer zusammen kamen, zog man sie gerne auch aus dem gesamten Gau Mittelrhein des RFB zusammen und veranstaltete dann sogenannte "Rote Tage", von denen allein zwischen 1925 und 1928 über 40 stattfanden.
Einen solchen "Roten Tag" gab es auch am 26./27. Juni 1926 in Düren. Ob die Dürener "Bourgeoisie" beim "Massentritt der Arbeiter-Bataillone" erzitterte, wie die Aachener "Arbeiter-Zeitung" prophezeite, oder ob sie sich eher hinter vorgezogener Gardine amüsierte, wird
Prof. Günter Bers vom Historischen Institut der Universität Köln in einem Vortrag am Mittwoch, dem 29. Februar 2012, um 19 Uhr
im Dürener Stadtmuseum, Arnoldsweilerstr. 38, klären. Der Eintritt ist frei.
Wenn dat Trömmelche jeht, jöck et os och en de Been, on dann mösse mir nom Zoch jonn.
Dowäje haale mir dä nächste Sonndaach die Porz jeschlosse.
Ävve dot net kriesche, donoh semme jo wedde für Üch do – jede Sonndaach on jede Denksdaach.
Mir waaden op Üch!
Zu Gast ist dieses Mal Prof. Dr. Roland Günter, Hochschullehrer und Schriftsteller. Er lebt in der ältesten Siedlung des Ruhrgebiets: Eisenheim in Oberhausen – im Schatten des Gasometers, einer der eigentümlichsten Ausstellungs-Hallen. Schon 1967 entdeckte er, als junger Angestellter im Landesdenkmalamt Rheinland, für die Denkmalpflege die Welt der Industrie. Seit der Zeit forscht er darin mit vielen Veröffentlichungen. Er hat das Verdienst, an einer weitreichenden Veränderung der Vorstellungen mitgewirkt zu haben, was Bau-Denkmale sind. Weil er überzeugt davon ist, dass sie Güter der gesamten Gesellschaft und nicht nur einiger Experten sind, schreibt er in einer Form, die vielen Menschen zugänglich ist. Der Autor vermittelt bei optimaler sprachlicher Zugänglichkeit das Beste, was die Forschung zu bieten hat. Hinzu kommt sein eigener, oft auch literarischer Zugang zum Thema.
Die Moderation des Abends liegt wieder in den Händen von Prof. Wolfgang Meisenheimer. Der Eintritt ist frei.

Resultat waren u.a. immer wieder (meist epidemisch) auftretende Krankheitswellen: Typhus, Ruhr, Cholera (rechts eine allegorische Darstellung der 1830 zum ersten Mal in Europa auftauchenden Asiatischen Cholera), denen auch in Düren Hunderte zum Opfer fielen, ohne dass man lange etwas über die Ursachen oder die Verbreitungswege wusste.
Was die Stadt dagegen unternahm und wie sie die Forderung Casparys umsetzte, will Bernd Hahne in einem Vortrag am
Mittwoch, dem 18. Januar, 19.00 Uhr
im Stadtmuseum Düren näher erläutern.
Der Eintritt ist wie immer frei.