01. Vor- und Frühgeschichte
Zeitepochen und Fundorte im Kreis Düren 1975 - 2008
Paläolithikum
Altdorf, Barmer Heide, Boich, Bourheim, Inden, Jülich (Haus Mariawald), Nideggen-Rath, Niederzier, Pattern, Stetternich, Thum

Mittelpaläolithikum
Altdorf, Barmen, Höllen, Inden, Inden-Geuenich, Kirchberg, Körrenzig, Langerwehe-Schönthal, Obermaubach, Oberzier, Pattern, Pier

Jungpaläolithikum
Großhau / Rennweg, Heistern, Inden, Inden / Kirchberg (Ruraue), Langerwehe, Langerwehe (Kammerbusch),  Lich, Oberzier, Pier

Mesolithikum
Altdorf, Barmen, Boich, Hambach, Heistern, Inden / Kirchberg (Ruraue), Jülich (Haus Mariawald), Leversbach, Nideggen, Oberzier, Stetternich, Thum, Wollersheim

Neolithikum  
Abenden, Aldenhovener Platte, Altdorf, Ameln, Barmen, Bettenhoven, Boich, Brandenberg, Eggersheim, Embken, Froitzheim, Geuenich, Gevelsdorf, Gey, Ginnick, Gladbach, Golzheim, Güsten, Hambach, Hamich, Hasselsweiler, Heimbach, Heistern, Hochkirchen, Huchem-Stammeln, Inden, Jakobwüllesheim, Jülich, Jülich (Haus Mariawald), Kalrath, Kelz, Kirchberg, Körrenzig, Koslar, Kreuzau, Lich, Lucherberg, Lüxheim, Mersch, Merzenhausen, Merzenich, Müddersheim, Muldenau, Nideggen, Nideggen-Rath, Niedermerz, Niederzier, Nörvenich, Oberbolheim, Oberzier, Pattern, Pier, Poll, Rödingen-Höllen, Schophoven, Stockheim, Straß, Thum, Titz, Untermaubach, Vettweiß, Wissersheim, Wollersheim, Zerkall

Neolithikum (Bandkeramik)
Aldenhovener Platte, Altdorf, Bourheim, Broich, Eggersheim, Hambach, Hochkirchen, Inden, Lamersdorf, Langweiler, Luchem, Lucherberg, Mersheim, Merzenich, Müddersheim, Niedermerz, Niederzier, Niederzier (Bürgewald), Nörvenich, Opherten, Pattern, Poll, Rödingen, Straß, Titz-Hompesch, Welldorf

Neolithikum (Rössener Kultur)
Bogheim, Hambach, Welldorf

Jungneolithikum (Michelsberger Kultur)
Aldenhoven, Barmen, Boich, Bourheim, Geuenich, Golzheim, Jakobwüllesheim, Jülich, Koslar, Lich-Steinstraß, Lüxheim, Merzenich, Nideggen-Rath, Oberzier, Pattern, Sievernich, Steinstraß

Jungneolithikum  (Glockenbecher-Kultur)
Nideggen, Obermaubach


Das Verzeichnis führt alle in der Literatur (Bonner Jahrbücher Bd. 175 ff. = 1975 ff. und Archäologie im Rheinland 1988 ff.) genannten Fundstellen auf von der Altsteinzeit (Altpaläolithikum = 130.000 vor Christus) bis zur ausgehenden Jungsteinzeit (Endneolithikum = 2.500 vor Christus)


Seit 1975 dokumentierte Funde und Grabungen im Stadtgebiet Dürens

Arnoldsweiler (Im Großen Tal)
Neolithikum: Abschläge
Römerzeit: Baureste Herrenhaus, Villa Rustica
Arnoldsweiler
Römerzeit: Keramik
Mittelalter: Kapelle St. Arnoldus

Arnoldsweiler, Haus Rath
17./18. Jh.: Gefäßfragment
Berzbuir-Kufferath
Neolithikum: Steinartefakte
Birgel
Neolithikum: Artefakte
Mittelneolithikum: Steinartefakte
Römerzeit: Trümmerstreuung, Töpferwerkstatt, Bronzering, 4 Münzen, Keramik
Birgel, Landstr. nach Gey
Römerzeit: Reibschale
Birkesdorf
Quartär: Knochen von Rhinoceros (Fund von 1936), Zähne von Säugetieren (Mammut)
Metallzeit: Siedlungsspuren
Derichsweiler
Römerzeit: Keramik, Glas, Spolien, Wasserkanal, Weihestein-Platten, Gräber
Düren
Pleistozän: Mammut-Beckenknochen (1937 gefunden)
Neolithikum: Dechselklinge
Düren, Ostrand
Neolithikum: Klingenkernstein
Düren / Hürtgenwald
Michelsberger Kultur: Steinartefakte
Düren, Südostrand
Urnenfelderzeit: Schüsselbruchstück
Düren, Rurbenden
Latènezeit: Siedlungsplätze
Düren, Ost (Ford)
Römerzeit: Münze
Düren, Veldener Hof
Ab dem 10. Jhdt.: Besiedlung, auch Friedhof
Düren, Peschschule
Mittelalter: Münze Herrschaft Heinsberg, Schwarzpf.
Düren, Wilhelmstraße
Mittelalter: Fund. d. Stadtmauer, Brunnen d. Zehnthofes
Düren, Annaplatz
Neuzeit: Fundamente, Kellerreste, Keramik
Düren, Altenteich
18. Jh.: Fundamente des Kapuzinerklosters
Gürzenich
Römerzeit: Keramik, 2 Münzen, Glasgefäß
Gürzenich, Haus Hardt
Mittelalter: Kellergewölbe
Hoven
Mittelalter: Alte Heerstraße
Römerzeit: Keramik
Krauthausen
Neolithikum: Abschläge, Beile
Krauthausen, Gut Weyern
Römerzeit: Ziegelei
Kufferath
Römerzeit Webgewicht
Mariaweiler
Römerzeit: (Siedlungs-)Keramik, Bronzefigur Satyr
Mariaweiler, Getzer Acker
Römerzeit: Altarfragment, Altarbruchstück, Bruchstück eines Mühlsteines, Keramik
Merken
Bandkeramik: Silexartefakte
Neolithikum: Medialklinge
Mesolithikum: Trapez und Abschlag
Jungneolithikum: Klingenfragment
Merken / Echtz
Römerzeit: Röm. Ziegel im roman. Kirchturmunterbau
Hallstattzeit: Gräberfeld, Siedlung
Merken / Vilvenich
Römerzeit: Weihestein
Schloss Burgau
Neuzeit: Holzwasserleitung


Altsteinzeit (Paläolithikum)
„Unser Kreisgebiet, am Nordrand des Eifellandes, beiderseits der aus den Bergen kommenden Rur gelegen, ist altbesiedelter Boden. Zeugen für das urgeschichtliche Geschehen sind die Hinterlassenschaften der Menschen. Sie führen zurück in das Diluvium, in die letzte Zwischeneiszeit, als der Neandertaler als Sammler, Fischer und Jäger nomadisierend die heimatliche Landschaft durchstreifte. Geräte aus Feuerstein bekunden eine schon ausgeprägte Vorstellungswelt und handwerkliches Können, als 60.000 Jahre vor der Zeitenwende unser ältestes Fundgut entstand:
– eine 6 cm lange Handspitze aus dem Neffeltal,
– eine schmale, langgezogene, dolchartige Spitze, Fundort Kreuzau,
– ein vorpräpariertes Feuersteinkernstück, Fundort Stockheim... „ Quelle 2, S. 3


Jüngere Steinzeit (Neolithikum)
„Seit dem späten 6. Jahrtausend v. Chr. betreibt man auf den fruchtbaren Lößböden der Jülicher und Zülpicher Börden in der Umgebung des heutigen Düren Ackerbau und Viehhaltung. Der Übergang vom Sammeln und Jagen zur bäuerlichen Nahrungsmittelproduktion ermöglichte feste Siedlungen und eine wachsende Bevölkerung.
Die ersten Bauern, die nach dem Verzierungsmuster ihrer Tontöpfe Bandkeramiker genannt werden, kamen vor etwa 7.000 Jahren mit einer vollentwickelten Ackerbaukultur aus dem südöstlichen Europa …
Wichtige Feldfrüchte waren verschiedene Weizen- und Gerstearten und Hülsenfrüchte; Lein und Mohn dienten zur Ölgewinnung. Das Getreide schnitt man mit sichelförmigen Erntegeräten, in die Feuersteinklingen eingesetzt waren. Mit einfachen Mahlsteinen aus Sandstein rieb man die Körner zu Mehl. Schafe, Ziegen und Rinder hielt man als Haustiere; die Jagd spielte nur noch eine untergeordnete Rolle.“ Quelle 1, S. 30


Bronzezeit
„Etwa ab 1800 v. Chr. tritt an Stelle des bisher herrschenden Feuersteins ein neuer Werkstoff – die Bronze. In einer langsam anlaufenden Übergangszeit wurde nun in einer Legierung von 90 % Kupfer und 10 % Zinn in Formen von Holz und Ton alles Gerät gegossen. In dem rohstoffarmen Rheinland ist das bronzezeitliche Fundgut nicht reichlich. Doch weist unsere Sammlung einige bemerkenswerte Oberflächenfundstücke auf: 4 typische Bronzebeile – Randleistenbeil, Absatzbeil, Lappenbeil und Tüllenbeil, dazu eine Lanze aus Weisweiler, einige Armringe und ein Rasiermesser …“ Quelle 2, S. 11

„Die Menschen wohnten in Einzelgehöften in großen, lockeren Streusiedlungen. Jeder Hof war von seinem eigenen Garten- und Ackerland umgeben. Der benachbarte Hof lag etwa 100 – 200 m entfernt … Die einzelnen Gehöfte setzten sich aus mehreren kleinen Pfostenbauten von etwa 4 bis 12 qm Nutzfläche zusammen: Speicher, Wirtschaftsbauten und Wohnhäuser. Bei Ausgrabungen findet man nur noch Spuren der Pfostenkonstruktion …“ Quelle 1, S. 29


Eisenzeit
„Metallfunde der Bronze- und Eisenzeit (1800 v. Chr. – 0) sind in unserem Gebiet relativ selten. Dies liegt zum einen daran, dass die lokalen Erzvorkommen nicht so gut zugänglich waren, dass sie schon beim damaligen Stand der Technik aufgefunden und genutzt werden konnten. Zum anderen sah der einfache Grabbrauch mit Urnenbestattung nur wenige Metallbeigaben vor …“ Quelle 1, S. 28

„Zahlreiche Urnengräber mit Beigaben wurden entdeckt, dazu Scherben in Siedlungen. Beim Mutterbodenabtrag zum Bau der Autobahn Aachen – Köln wurden in der Gemarkung Merken auf einer Strecke von 300 m im Jahr 1936 im fruchtbaren Lößlehm 116 Grabstätten aufgedeckt … Zu diesen gesellen sich noch Gefäße und Beigaben aus Merzenich, Arnoldsweiler und Gladbach neben mehreren Stücken aus Sievernich. Eine Abfallgrube des Hallstadthauses auf dem Gelände des Ford´schen Betriebes erbrachte viele grobe Keramikreste.“ Quelle 2, S. 14


Römische Zeit
„Ein halbes Jahrtausend lang war unser Rheinland eine römische Provinz – von der Eroberung durch Julius Caesar an bis zum Untergang des Mächtigen Imperiums – im Jahre 476 …

An mehr als 600 Stellen stoßen wir auf die Reste der zerstreut angelegten Gutshöfe im dicht besiedelten Land, zu denen wohlangelegte Wasserleitungen aus den nahen Eifelhöhen führten … Recht zahlreich, vielseitig, beachtlich ist das in unseren Vitrinen ausgestellte römerzeitliche Fundgut … Von den im Dürener Land aufgefundenen Steindenkmälern fanden nur wenige in der Schausammlung eine Aufstellung … Eine größere Anzahl antiker Stücke: Grabaufbauten, Sarkophage, Architekturstücke, Mühlsteine u.a. fand Platz im beachtlichen Lapidarium (im Keller des Museums).“ Quelle 2, S. 16



Logo
Stadtmuseum Dueren
Ständige Ausstellung