Kohle und Erz wurden in den Raum Düren transportiert und hier durch mit Wasserkraft angetriebene Schneidmühlen und Hammerwerke bearbeitet.
Schon im 16. Jahrhundert waren Waffen-, Huf-, Nagel-, Kessel- und Schellenschmiede in Düren beheimatet, worauf auch Straßenbezeichnungen wie Nagelschmiedsgasse (Verbindung Weierstraße – Steinweg) und Schellengasse (heute Wilhelmstraße) hinweisen.
Es gibt in Düren kaum ein „industrielles“ Werk, das nicht aus einer Mühle hervorgegangen ist. Durch das weiche und sehr kalkarme Wasser der Rur entstanden hauptsächlich die bekannten Betriebe der Papiererzeugung, der Eisenverarbeitung, der Tuchmachereien, daneben aber auch lederverarbeitende Betriebe und Brauereien. Das Wasser war Energielieferant und Grundstoff für viele Produkte, diente zudem auch zum Reinigen und Färben.
Einen ersten wirtschaftlichen Aufschwung erlebten Dürener Firmen in der französischen Zeit (1794-1814) durch Lieferungen an die Gewehrfabriken in Lüttich und eine vermehrte Tuchfabrikation für die französische Armee. Auch auf den anderen kontinentalen Märkten stieg die Nachfrage, da sie gegenüber den wesentlich höherwertigen britischen Produkten abgeschottet waren (Kontinentalsperre).
Nachdem der Aachener Raum 1815 preußisch geworden war und dadurch zu einem wirtschaftlichen Randgebiet wurde, musste sich auch die Dürener Wirtschaft umorientieren. Durch den zollpolitisch bedingten Verlust der Absatzmärkte in Frankreich und den Niederlanden und die beginnende preisdrückende Wirkung britischer Erzeugnisse musste man sich wieder Richtung Osten orientieren, woraus sich natürlich erhebliche Transportkosten ergaben. Erst die Eröffnung der Bahnstrecke Köln-Aachen ab 1841 schuf den Dürener Firmen neue Möglichkeiten, ihre Kosten für die Beförderung von Gütern zu senken.
Aber nicht nur wirtschaftliche Gegebenheiten, sondern auch die Veränderungen in der Gesellschaft und die Einführung neuer Techniken stellten die Unternehmen vor enorme Aufgaben. Durch die Ablösung der Wasserkraft durch Dampfmaschinen kam es auch in Düren zur „Industriellen Revolution“.
Neue Industriezweige wie Apparate- und Maschinenbau, Stahlbau, Gießereien, Teppichherstellung und Kunstwollfabrikation entstanden, andere wie Papierherstellung und -verarbeitung, Tuch- und Filztuchherstellung veränderten sich.
Eine Verflechtung von Maschinenbau und Filztuchherstellung mit der Papierindustrie war nicht zu übersehen, wie auch die aufkommende chemische Industrie sich an der Papiererzeugung orientierte.
Die Feinpapierindustrie, die auch auf den Weltausstellungen vielfach prämierte Papiere herstellte, zog ab ca. 1850 immer mehr vor- und nachgelagerte Produktionszweige an, aus denen am Ende des Jahrhunderts für Düren sehr bedeutende Unternehmen hervorgingen (P.J. Wolff & Söhne, Canzler, Busch & Jaeger Dürener Metallwerke, Banning & Seybold, Krafft & Schüll, Zimmermann & Jansen).
Für die gesamte Entwicklung des Wirtschaftslebens in Düren waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts Namen wie Deutgen, Schüll, Peill, besonders aber die Namen Schoeller und Hoesch von Bedeutung. Deren Zuwanderung resultierte vor allem aus der Intoleranz ihrer bisherigen Heimatländer gegen die Protestantischen. Die freie Religionsausübung wurde den Protestanten in Düren und im Gemünder und Stolberger Raum schon im 17. Jahrhundert gewährt, so dass gerade in diesen Gegenden viele Firmen gegründet wurden.
Es handelte sich dabei um Kaufleute und Fabrikanten, die über viel Kapital verfügten und deren Rückhalt in den Grundsätzen der evangelisch reformierten Gemeinden zu finden war.
Als religiöse Minderheit entwickelte sich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und so förderten und beschützten sie sich untereinander. Auch durch Heirat waren die Familien persönlich und wirtschaftlich oft eng miteinander verbunden.