09. Französische Herrschaft 1794 - 1814
Am 2. Oktober 1794 besetzten französische Truppen Düren nach dem Sieg über die Österreicher in der zweiten Schlacht bei Aldenhoven. Fünf Jahre nach Beginn der Französischen Revolution 1789 gelangte das gesamte linksrheinische Gebiet in französische Hand.
Bis Januar 1814 blieb Düren unter französischer Herrschaft. Durchmärsche, Einquartierungen, Kontributionen, Zwangsanleihen und Rekrutierungen bedeuteten auch für die Dürener Bevölkerung ständige Not und Unterdrückung.
Mit dem Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gingen umfassende Veränderungen in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht einher. Die Verwaltungsorganisation war einem ständigen Wechsel unterworfen. Um 1802 hatte sich deren Struktur weitgehend gefestigt. Das Département de la Roer mit dem Sitz der Zentralverwaltung in Aachen, zu dem das Dürener Land gehörte, zählte über 500.000 Einwohner. Das Rurdepartement war in die Arrondissements Aachen, Köln, Kleve und Krefeld eingeteilt. Im Arrondissement Aachen gab es 11 Kantone. Der Kanton Düren umfasste 14 Mairiebezirke, die im wesentlichen erhalten geblieben sind in den späteren preußischen Ämtern des Kreises Düren.
Die wichtigsten Neuerungen waren folgende: Abschaffung der feudalen Rechte und des Adelstitels, des Lehnswesens, der Zehnten und der Zünfte, Aufhebung der Orden und Klostergemeinschaften. Reformen betrafen u.a. das Schulwesen, Maße und Gewichte, Zoll, Polizei, Justiz, Presse und zeitweise die Zeitrechnung. Die Zivilehe wurde eingeführt. Die Beteiligung der Bürgerschaft an der kommunalen Verwaltung geschah nicht mehr durch die Zünfte, sondern durch Kommissionen mit speziellen Aufgaben.
Eine Besonderheit der Steuererhebung in der Franzosenzeit stellte die Belastung der Einwohner mit einer Tür- und Fenstersteuer dar, deren Höhe nach der Anzahl der in den Gebäuden befindlichen Türen und Fenster festgesetzt wurde.
Genau geführte Einwohnerstatistiken ermöglichten der Verwaltung die Festsetzung von Steuern und waren die Grundlage für die Rekrutierungen der männlichen Bevölkerung für das französische Militär.