1900
01.01.1900
Philipp Gordon, Gürzenich 252, meldet, dass er die Metzgerei von seinem Vater Hermann Gordon übernommen hat. Ist unter 39 der Gewerbesteuerliste zu 28 Mark unter Klasse IV veranlagt.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
9. Februar 1900
Zionistische Bewegung.
Propaganda im Rheinland. In den letzten 14 Tagen sprach Dr. Löwenstein-Düren in Köln über "Dr. Herzls Judenstaat", […]
Die Welt, Heft 6, 09.02.1900
18.08.1900
Moritz Herz, Lendersdorf 125, meldet, dass er die Metzgerei & den stehenden Viehhandel von seinem Schwiegervater Abraham Fromm, Lendersdorf, übernommen hat. Pro 1900 in Klasse IV zu 20 M. Gewerbesteuer veranlagt. [Ergänzende Eintragungen:] Witwe & Söhne ab 1/10.1930 (Albert u. Hermann). Albert & Hermann ab 9./7.36. Hermann am 1.10.38 ausgeschieden, abgemeldet am 28.11.38, eingestellt.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
28.08.1900
Math. Josef Hirtz, Gürzenich 353, meldet ein Gewerbe als Agent eines Weinversandgeschäftes an.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
24.09.1900
Math. Josef Hirtz, Gürzenich 353, meldet ein Gewerbe als Agent der Schwedter Versicherungsgesellschaft an.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
21.10.1900
Düren (Rheinland). Sonntag den 21. d. M. hielt Herr cand. med. Ullmann einen Vortrag über Zionismus, dem fast die ganze jüdische Gemeinde beiwohnte. Es war dies der erste zionistische Vortrag in hiesiger Stadt. Derselbe fand vielen Beifall und in der Discussion trat als einziger Gegner des Zionismus der Herr Rabbiner hervor. Als praktischer Erfolg der Versammlung ist der Beitritt einiger Anwesender zur zionistischen Vereinigung für Deutschland zu verzeichnen. Dr. L.
Die Welt, Nr. 44/1900, S. 9
9. November 1900
In Düren fanden zwei zionistische Versammlungen auf Initiative unseres Gesinnungsgenossen Herrn Dr. Löwenstein statt, der von jüngerer studentischer Seite dankenswerte Unterstützung hatte.
Die Welt, Heft 45, 09.11.1900
14.12.1900
Korrespondenzen und Nachrichten
Deutschland
[…] Aus den auswärtigen Litteraturvereinen [d.i. Verein für jüdische Geschichte und Litteratur] wird uns berichtet: […] in Bonn (sprach) Dr. Julius Loewenstein=Düren über “Schopenhauer und das Judenthum”; […]
Der Gemeindebote, 4. Jg. Nr. 50 v. 14.12.1900. Beilage zur Allg. Zeitung des Judentums, 64. Jg. 1900, H. 50 (14.12.1900)
15.12.1900
Witwe Philipp Jacobs, Rölsdorf 170, meldet den Kleinhandel mit Kurzwaren an.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
1901
Dann brach durch Funkenflug ein Großbrand aus, dem die Häuser von Moritz Herz, Franz Krudewig und Friedr. Reins zum Opfer fielen; das Feuer, das mit großer Schnelligkeit um sich griff, bedrohte auch die in der Nähe liegenden Anwesen. […]
Festschrift 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lendersdorf-Krauthausen, S. 23
15. Januar 1901
Correspondenzen.
Düren. Am 15. Januar sprach hier Herr Lehrer Dr. Jellin aus Jerusalem, Expräsident der Jerusalemer Bnc-Brithloge, über die Lage der Juden in Jerusalem mit erfreulichem Erfolge. Herr J. bereist augenblicklich Europa, um im Auftrage des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina Propaganda für die Schulen in Jerusalemzu machen. Auch in Köln, Essen, Dortmund und an anderen Orten hatte Herr Jellin schöne Resultate erzielt, was wir bei der hochwichtigen Aufgabe, der seine Thätigkeitgilt, freudig begrüßen.
Isr. Familienblatt, Heft 4, 23.01.1901
12.05.1901
[Gestaltete Anzeige 2sp.]
Synagogengemeinde Düren.
An der einklassigen öffentlichen Volksschule hiesiger Gemeinde ist die
Elementarlehrer-Stelle
spätestens zum 1. September cr. zu besetzen.
Die Stelle, mit welcher das Cantorat und der Cultusdienst organisch verbunden sind, ist wie folgt dotirt: Grundgehalt 1350 M., Alterszulage 160 M., freie Wohnung oder entsprechende Entschädigung. Der Cultusdienst wird nach Uebereinkommen extra fest honorirt. Nebeneinkommen nicht unerheblich.
Bewerber, welche über gute Stimmmmittel verfügen, ausreichende Befähigung zur Leitung eines gemischten Chors besitzen und homiletische Vorträge zu halten im Stande sind, wollen sich unter Beifügung ihrer Seminar- und sonstigen Zeugnisse und eines Curriculum vitae spätestens bis zum20. Juni c. bei dem Unterzeichneten schriftlich melden.
Düren, Rhld., den 12. Mai 1901.
Vorstand der Synagogengemeinde Düren
Alexander Bendix
Vorsitzender und Local-Schulinspector.
Allg. Zeitung des Judentums, 65. Jg. 1901, H. 21 (24.05.1901)
1. Juli 1901
[Anzeige]
Ein tüchtiges
Mädchen
für Küche u. Haus in Haushalt von zwei Personen gesucht. Wäsche außer dem Hause. Eintritt möglichst bald.
Frau H. Herrmanns,
Düren Rheinl.
Der Israelit, Heft 51, 01.07.1901
8. Juli 1901
[Anzeige]
Reise-Cheviots
Unzerreißbar u. elegant. Drei Meter z. Anzug für 12 Mk. Reine Schafwolle. Must. frei.
Tuchhaus Boetzkes in Düren
Isr. Familienblatt, H. 28, 08.07.1901
28.07.1901
Düren, 28. Juli. Herr Moritz Friedlaender, Lehrer der hiesigen israelitischen Schule, verläßt Ende dieses Monats nach siebenjähriger Wirksamkeit unsere Stadt, um mit dem 1. August in Danzig die Stellung eines Chordirigenten und Religionslehrers bei der dortigen israelitischen Gemeinde anzutreten. Die Thätigkeit des Herrn Friedlaender in Schule und Gemeinde war anerkanntermaßen so ersprießlich und erfolggekrönt, auch hat er es verstanden, durch ein ebenso ungesucht würdiges wie anspruchsloses Auftreten sich die volle Achtung aller seiner Herren Kollegen in einem Maße zu erringen und zu erhalten, daß man sein Weggehen von hier nur beklagen kann. Es ehrt deshalb die Betheiligten in gleicher Weise, daß die hiesigen Herren Volksschullehrer ihrem scheidenden Kollegen am 17. d. M. im Saale des Drei-Kaiser-Hotels eine dem Wunsche und Sinne des Herrn Friedlaender entsprechende bescheidene Abschiedsfeier veranstalteten. Zu dem einträchtigen Verhältniß, das die hiesige Lehrerschaft verbindet, und das gestern wieder einmal in die äußere Erscheinung trat, hat auch Herr Friedlaender, seinem Namen Ehre machend, das seinige beigetragen, und deswegen begleiten ihn in den neuen Wirkungskreis die besten Wünsche seiner Herren Kollegen.
[Möglicher Weise ist M. Friedlaender Hg. der 2. Auflage von: "Treu, A.: Selke. Ein Mortara des 16. Jahrhunderts. Zweite Auflage. Brilon 1901. M. Friedlaender", vgl. Rezension dazu in der gleichen Quelle. A. Treu stammte vielleicht aus Drove, vgl. dazu: Franz J. Brandenburg: Abraham Treu: Selke. Ein Mortara des sechzehnten Jahrhunderts, in: Jahrbuch des Kreises Düren 2011, S. 81-90]
Allgemeine Zeitung des Judenthums, Heft 31 v. 2. August 1901, S. 3
23.08.1901
[Kleinanzeige]
Die hiesige israelitische
Lehrer- und Kantorstelle
ist wegen Berufung des jetzigen Lehrers nach Düren z. 1. Oktober neu zu besetzen.
Gehalt 1200 eventl. 1500 Mk. nebst schöner Dienstwohnung und Garten. Nebeneinkünfte nicht unerheblich. Bewerbungen sind zu richten an
Den Vorstand
der isr. Synagogen-Gemeinde
zu Peckelsheim (Prov. Westf.).
Allg. Zeitung des Judentums, 65. Jg. 1901, H. 34 (23.08.1901)
09.11.1901
Joseph Gordon, Gürzenich 174, meldet eine Metzgerei als Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] [174 durchgestrichen, ersetzt durch] 252.
[Frei nach § 7 des Gesetzes durchgestrichen, ersetzt durch] Anlage & Betriebskapital 4000 M Gewinn 3000 M, [als Fußnote] Gordon schlachtet wöchentlich 3 bis 4 Stück Großvieh mit 1200 ? Schlachtgewicht. Verkauft 5 Pfg. pro Pfung ist rund 3000 M pro Jahr.
[Name durchgestrichen] eingestellt
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
1902
Es folgten weitere Brände bei Jak. Roer, […]
[Zeitangabe nicht überprüfbar]
Festschrift 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lendersdorf-Krauthausen, S. 23
28. März 1902
Zionismus in Deutschland.
In Deutschland gibt's jetzt ein munteres Sturmlaufen gegen jüdische Vorurtheile, politische Genügsamkeit und Bequemlichkeit. Berichte einer intensiven zionistischen Agitation sind nicht nur unseren Zeitungen, sondern auch der Tagespresse zu entnehmen. […] Mit lobenswerter Hingebung sind die besten zionistischen Agitatoren an der Arbeit, von reger Thätigkeit der Einzelvereine unterstützt. Männer von hoher socialer Position geben sich, wie aus unseren Vereinsberichten zu entnehmen ist, der aufreibenden Mühe einer grossangelegten Propaganda selbstlos hin. Die unten folgende Liste zionistischer Ortsgruppen ist ein Zeugnis dafür, dass die deutschen Centralen ihr Versprechen auf dem letzten Congresse, unserer Idee baldigst die weitesten Kreise zu erobern, glänzend einzulösen im Begriffe sind. […]
Ortsgruppen und Vertrauensmänner der "Zionistischen Vereinigung für Deutschland".
[…]
Düren a. Rh.: [!] Dr. jur. Loewenstein […]
Linnich: A. Lassen, Lehrer […]
Müntz bei Jülich: Eduard Schnitzler, Thierarzt […]
Die Welt, Heft 13, 28.03.1902
15.07.1902
Jakob Jacobs, Gürzenich 77, meldet einen Kleinhandel mit Haushaltungsartikeln an.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
28. August 1902
[Anzeige]
Sämmtliche
Maschinen einer Mazzothfabrik
haben billigst abzugeben
Erben Salomon Meyer
in Gey bei Düren
Isr. Familienblatt, H. 35, 28.08.1902
19. November 1902
Mittheilungen.
Bezirkskonferenz Aachen des Vereins israelitischer Elementarlehrer von Rheinland und Westfalen.
Aachen, 19. Nov. Die Bezirkskonferenz Aachen, der jüngste Sproß des Vereins israelitischer Lehrer von Rheinland und Westfalen, hat sich heute hier konstituirt. Sie ist wohl die kleinste im ganzen Verbande der jüdischen Lehrervereine Deutschlands und legt Zeugnis ab von dem löblichen Eifer des Vorstandes des rheinisch-westfälischen Hauptvereins, durch geographisch praktische Abgrenzung in 12 Einzelkonferenzen die jüdische Lehrerschaft beider Provinzen "bis auf den letzten Mann" zu organisiren. Hauptlehrer Dublon-Aachen feierte den "Neugeborenen" in einer schwungvollen Begrüßungsansprache. […] Nach so vollbrachtem glücklichen "Stapellaufe" schritt man zur Bureauwahl, aus der die Kollegen Dublon-Aachen als Vorsitzender, Sassen-Linnich als dessen Stellvertreter und der Unterzeichnete als Schriftführer hervorgingen. – […]
Die Tagesordnung ist erledigt. Kollege Oppenheim-Düren widmet dem Präsidium ein dankbares Hoch und veranlaßt unter Hinweis darauf, daß der Vorsitzende heute seinen Geburtstag feiere, eine allgemeine Gratulationscour. […]
Hermann Wallach, Schriftführer.
Isr. Familienblatt, Heft 49, 04.12.1902
1903
05.02.1903
Sigmund Gompertz, Gürzenich 65, meldet ein Manufakturwarengeschäft an.
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
13.02.1903
Von Nah und Fern
[…] In Düren ist am 13. v. M. der Jubilarvorsteher der Synagogengemeinde Moses Leven hochbetagt gestorben. […]
Allg. Zeitung des Judentums, 67. Jg. 1903, H. 10 (06.03.1903)
24.02.1903
Die Brandkatastrophe in Hürtgen.
[…]
Herr Bürgermeister Klotz schlägt, nachdem die Verhältnisse durch die Besprechung genügend geklärt sind, die Wahl zweier Kommissionen vor, […] und eine Kommission, welche die eingehenden Geldspenden zu sammeln und einen diesbezüglichen Aufruf an die Öffentlichkeit erlassen soll. […] In die erstere Kommission werden gewählt […], in die letztere die Herren […] A. Bendix […]
Dürener Volkszeitung Nr. 43, Montag, den 24. Februar 1903
25.02.1903
Bekanntmachung [der Spenden für Hürtgen]
[…]
Von Herrn Leonh. Tietz Mark 100,- […]
Von Herrn Abraham Löwenstein M. 20,- […]
Zeitungsbericht, s. Unterlagen FF Düren
03.03.1903
Bekanntmachung [der Spenden für Hürtgen]
[…]
14. Von einer Sammlung in der israelitischen Gemeinde
durch Herrn Bendix und zwar:
Von Herrn Moritz Adam Mk. 2,?
„ „ A. Arensberg „ 0,?
„ „ B. Bellerstein „ 20,?
„ „ A. Bendix „ 20,?
„ Frau Witwe B. Cahn „ 10,?
„ Herrn Jacob Falk „ 10,?
„ „ Eman. Falk „ 5,?
„ „ Salli Goldschmidt „ 5,?
„ „ R. Grodtczinski „ 2,?
„ „ Emanuel Heymann „ 5,?
„ „ Hch Hermanns „ 10,?
„ „ A. Kaa?ck „ 3,?
„ Seidenhaus Cohn „ 5,?
„ Frau Wwe. Herm. Lenz und Vater „ 10,?
„ Herrn Dr. Littaur „ 10,?
„ „ Jacob Lichtenstein „ 1,?
„ „ Leopold Lion „ 10,?
„ „ David Mayer „ 20,?
„ „ M. Oppenheim „ 3,?
„ „ Andr. Schweitzer „ 1,?
„ „ Alphons Ullmann „ 5,?
„ „ Moses Berg „ 3,?
„ „ S. Hartoch „ 10,?
„ „ S. Leiser „ 1,?
„ „ Bellerstein & Mayer „ 20,?
„ Ungenannt „ 3,?
„ Herrn San=R. Dr. Osterreich[!] „ 10,?
Zusammen Mk. 204,?
[…]
Zeitungsbericht, s. Unterlagen FF Düren
12. März 1903
Personalien.
Düren. Unter zahlreicher Betheiligung von Bürgern aller Stände und aller Confessionen wurde dieser Tage der Jubilarvorsteher der israelitischen Gemeinde, Herr Moses Leven, zur letzten Ruhe bestattet. Unsere Gemeinde hat in dem Verstorbenen der Verdiensteten einen aus ihrem Kreise verloren, einen Mann, der mehr wie ein Vierteljahrhundert die Interessen der Gemeinde mit seltenster Hingabe und Uneigennützigkeit vertrat.
Isr. Familienblatt, Heft 11, 12.03.1903
Pfingsten 1903
Rosa Bruch
Albert Isaak
Verlobte
Vettweiss b. Düren Siegburg
Pfingsten 1903
Isr. Familienblatt, Heft 22, 28.05.1903
01.07.1903
Jakob Fromm, Gürzenich 90, meldet einen stehenden Viehhandel als neues Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] Inh. Emil Fromm ab 27./4.32.
[Alle Eintragungen durchgestrichen] eingestellt 22./10.34
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
05.07.1903
Vergantung.
Die hiesige Synagoge mit Wohnhaus und Stall soll auf Abbruch an den Meistbietenden vergeben werden. Reflektanten wollen ihre Offerte mit Aufschrift "Submission auf Synagogen-Abbruch" bis zum 20. ds. Mts. an den Unterzeichneten portofrei einsenden.
Gürzenich, den 5. Juli 1903.
Der Vorsteher der Israelit. Gemeinde:
Isaak Fromm
Zeitungsanzeige unbek. Provenienz, Slg. Schnitzler
9. Juli 1903
[Anzeige]
Wir suchen ein
junges Mädchen
zur Erlernung von Küche u. Haushalt zwecks späterem, dauernd. u. angenehm. Engagement, erstes Jahr gegenseitig ohne Vergütung; Dienstmädchen vorhanden. Ferner
1 Lehrling u. 1Lehrmädchen
für unser Sabbath u. jüd. Feiertage geschlossenes, sonst aber modern geleitetes Manufaktur-, Konfektions-, Kurz- und Modewaaren-Geschäft.
Geschw. Kaufmann,
Langerwehe, Rhld.
Isr. Familienblatt, Heft 28, 09.07.1903
25.09.1903
Von Nah und Fern
[…] Dem Sanitätsrat Dr. Oesterreich [!] in Düren hat die Berliner medizinische Fakultät zu seinem 50jährigen Doktorjubiläum das Diplom in ehrenvoller Weise erneuert. Der Jubilar übt seit 1855 die ärztliche Praxis aus. […]
Allg. Zeitung des Judentums, 67. Jg. 1903, H. 39 (25.09.1903)
2. Oktober 1903
[Anzeige]
Suche für sofort ein
tüchtiges Mädchen
welches kochen u. alle Hausarbeit verrichten, sowie mit 2 Kindern umgehen kann. Selbstständ. Stellung. Lohnanspr. u. Zeugnisse sind einzusenden an
Karl Schwarz, Klempnerei,
Hochkirchen, Kreis Düren
Isr. Familienblatt, Heft 40, 02.10.1903
8. Oktober 1903
Personalien.
Düren. Herr Sanitätsrath Dr. Oestreich ist gelegentlich der 50. Wiederkehr seiner Promotion vom Kaiser mit dem Rothen Adler-Orden ausgezeichnet worden.
Isr. Familienblatt, Heft 41, 08.10.1903
30.10.1903
Gürzenich, 29. Okt. Heute morgen gegen 10 Uhr entstand in der Stallung des Viehhändlers F. Feuer, welches in den Heu- und Strohvorräten reiche Nahrung fand und das nebenanliegende Wohnhaus stark gefährdete. Den Spritzenmannschaften gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Gebäulichkeiten waren versichert, die Heu- und Strohvorräte jedoch nicht.
Zeitungsartikel unbekannter Provenienz, Unterlagen Feuerwehr Gürzenich
1904
12.01.1904
Geschwister (Jeanette, Helena & Julia) Fromm, Gürzenich 241, melden die Übernahme der Metzgerei von ihrer Mutter Witwe Andreas Fromm. Die p Fromm ist per 1903 sub No 37 der namentlichen ? zu 16 M,- in Klasse IV veranlagt.
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt 12.28
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
10. März 1904
[2sp Anzeige]
Lehrling
gesucht von
Geschw. Kaufmann (Inhaber Gebr. Kaufmann)
Manufaktur, Konfektion und Modewaren,
Langerwehe (Rheinland).
Sabbat und jüd. Feiertage geschlossen. Selbstgeschriebene Offerten u. Schulzeugnisse erbeten.
Isr. Familienblatt, Heft 10, 10.03.1904
27. März 1904
[Anzeige]
Die ein Einkommen von ca. 1600 Mk. erbringende Stelle des
Schochet und
Gemeindedieners
ist zum 15 Juni cr. od. auch schon früher neu zu besetzen.
Schöne geräumige Familienwohnung gegen Uebernahme der Synagogen- u. Schulreinigung.
Bewerbungen sind unter Darlegung der persönlichen Verhältnisse und unter Beifügung von Zeugniss., besonders auch über die Befähigung zum Kantorat, bis zum 20. April cr. an den Unterzeichnet. zu richten.
Düren (Rhl.), d. 27. März 04
Vorstand der Synagogen-Gemeinde Düren
Alexander Bendix.
Isr. Familienblatt, Heft 13, 31.03.1904
06.09.1904
Jakob Fromm, Gürzenich 91, meldet eine Manufaktur- und Weißwarenhandlung als neues Gewerbe an. Anl. u. Betriebskapital 8000 Gewinn 5000 M..
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
19.09.1904
Ein großer Brand wütete vorgestern um die Mittagsstunde ... Lendersdorf. Anscheinend ist das Feuer im Wohnhause des ... elsmannes Herz ausgebrochen, dessen Wohngebäude mit Stallung ... niederbrannte; das Vieh konnte bis auf eine Kuh und eine Ziege (gerett)et werden. Auch das angebaute Anwesen des Ackerers Bongartz ...e vom Feuer ergriffen, doch gelang es dem energischen Eingreifen ... Spritzen, das Wohnhaus zu retten, während Stallung, Scheune ... vier Stück Rindvieh und zwei Schweine dem Feuer zum Opfer ... . Durch überspringende Funken teilte sich das Feuer dann auch ... dem gegenüberliegenden Wohnhause von Reitz mit, welches mit ... und gleichfalls niederbrannte.
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz (teilweise Textverlust), s. Unterlagen FF Düren
22. Oktober 1904
Personalien.
Essen. Herr Seminarlehrer a. D. Abr. Treu, eine bei der jüdischen Lehrerschaft in Deutschland in hohem Ansehen stehende Persönlichkeit, ist am 22. Oktober, dem Vorabend seines 76. Geburtstages, nach kurzer Krankheit gestorben. [Folgen ausführliche biogr. und berufl. Daten, Foto].
Isr. Familienblatt, Heft 44, 03.11.1904
3. November 1904
[Anzeige]
Detail-Reisender
findet in uns. Tuch- u. Manufakt.-Versandhause lohnende u. angenehme Stellg. Off. m. Lebenslauf an J. Bendix & Co., Düren, Rheinl.
Isr. Familienblatt, Heft 44, 03.11.1904
18.11.1904
Seminarlehrer Abraham Treu
Von J. Nußbaum, Viersen.
Nun ruht er in seiner Ehrengruft, womit ihm die würdige jüdische Gemeinde Essen auch nach seinem Tode ihre Verehrung erwies. Der strömende Regen hielt seine Freunde nicht zurück, ihm noch einmal zu folgen, diesmal bis zum Grabe. Aber ihre Liebe, ihre Dankbarkeit, ihre Hochachtung nahm er mit ins schönere Jenseits. Daß Lehrer ihn zu Grabe trugen, war ganz nach seinem Sinn.
“Ein hohes Lied der Ideale, ein hohes Lied der Liebe zu den Kleinen, zu der jüdischen Schule” nannte Herr Rabbiner Dr. Samuel in seiner Grabrede das Leben des Verklärten. Das Wort Melanchthons auf Trotzendorf: “Wie Scipio zum Feldherrn, so ist Trotzendorf zum Schulmann geboren”, war auch auf Treu anwendbar. Was ihn zum Lehrer stempelte, das waren seine Menschenliebe und der Drang zur Menschenbeglückung. Die Ursache des Menschenelends lag seinen Augen offen; es war die Vernachlässigung der edlen Gottesgabe Vernunft, sowie der Reif, womit die Roheit und der finstere Fanatismus die Herzen der Menschen verdarben. Diesen Feinden des Menschengeschlechtes galt darum sein Kampf. Freudig folgte er der Fahne, die Pestalozzi liebestark in stürmischen Zeiten entrollte, und mit Diesterweg gehörte er zu den deutschen Bannerträgern Pestaolzzi’scher Ideale. Nicht kümmerten ihn die Schmähungen der Finsterlinge, nicht hinderten ihn die Unkenrufe der Rückwärtser. Siegesgewiß ging er seine Bahn, und er erlebte die Freude, daß unter den erwärmenden Strahlen des göttlichen Sonnenlichtes seine ausgestreuten Samenkörner aufgingen und fröhlich gediehen.
Als Jugendbildner begann er seine Laufbahn. In der Stadt rastlosen Fleißes, wo hartes Metall zu kunstvollen Gebilden umgewandelt wird, in Essen, bildete er die weichen Kinderherzen. Dann führte ihn sein Weg ins Land der roten Erde. Dabei versäumte er nicht, sich selbst am Born des Wissens zu stärken und für seinen Beruf zu vervollkommnen. Die Marks-Heinsdorff’sche Stiftung, das jüdische Seminar zu Münster, erkannte in ihm den geeigneten Mann als Bildner der Jugendbildner, als Erzieher der Erzieher. 40 Jahre wirkte er segensreich in Münster. Ein Anhänger Diesterwegs, mit dem er in Verbindung stand, und für dessen “Rheinische Blätter” er ein eifriger Mitarbeiter war, wußte er seine Schüler zu fesseln und anzuregen. Diesterwegs Grundsatz: “Die Bestimmung des Menschen ist die Selbsttätigkeit im Dienste des Wahren, Guten und Schönen” war auch sein Leitstern. Es war ihm nicht darum zu tun, die Köpfe seiner Schüler mit totem Wissen anzufüllen. Das Unterrichten soll nur ein Erregen sein, der Lehrer sei ein “Wecker der Volkskraft”. Begeisterung für ihren heiligen Beruf zu erwecken, sie, seine Schüler, zu Trägern seiner Ideale zu erziehen, darauf kam es ihm an, und – er hat es auch erreicht. Mit seinen Schülern, denen er Freund und [S. 561] Lehrer zugleich war, vereinigte ihn ein starkes Band der Sympathie und treuer Liebe. Er wollte ihnen nur ein Gleicher unter Gleichen sein.
Der Jugend und der Menschenbildung widmete er seine schriftstellerische Tätigkeit. Außer dem kleinen Schauspiel “Emma, oder der geflickte Taler”, einigen Sprachbüchern, sind besonders die beiden Jugendschriften “Graumantel” und “Selke”, ein Mortara des 16. Jahrhunderts, von bleibendem Werte. In fesselnder Weise erzählt er uns im “Selke” das Leben dieses Mortara. Wie gemütvoll und anheimelnd ist die Schilderung des jüdischen Lebens in Drovau (jetzt Drove bei Düren, Treus Geburtsort), der Vorbereitung zur Barmizwah, und dann die Beschreibung des Sturmes, den mittelalterlicher Fanatismus über die Drovauer Juden beschwört, in dessen Abgrund das Glück der Juden Drovaus versinkt. Selke im Kloster, sein Widerstand gegen den Bekehrungseifer der Mönche, seine Vernunft im Glauben, womit er seine Widersacher verblüfft und schlägt; sein geheimer Freund Nathan, den er im Kloster entdeckt, der sein Freund und Berater wird; die Flucht aus dem Kloster und sein weiteres Leben, das alles erzählt er mit tiefem Gemüt, in fließender Sprache. Wahrlich, ein Buch, das jedes jüdische Kind lesen soll, das in keiner jüdischen Schülerbibliothek fehlen dürfte.
Doch war sein Wirken nicht auf die Schule beschränkt. Seiner Anregung verdankt der westfälische Vogelschutzvrein seine Entstehung, den er mit Professor Karsch von der Münster’schen Akademie leitete. Eine Folge dieser Gründung war die Errichtung des zoologischen Gartens in Münster.
Aber hat der jüdische Lehrer nicht noch mehr Anspruch auf Hilfe als die lieben Vögelein, wenn er in Not gerät, wenn Krankheit und Alter die Niederlegung des Amtes verlangen, eine Versorgung durch eine Pension aber den wenigsten in Aussicht steht? Von diesen Gedanken durchdrungen, legte ein wackeres Dreigestirn, Gesinnungs- und Jugendgenossen Treus, entschlossen Hand ans Werk und gründete den Verein israelitischer Lehrer Rheinlands und von Westfalen nebst einer Unterstützungskasse. Die Mitbegründer sind die Herren Sanitätsrat Dr. Kronenberg=Höhscheid, Treus Schwager, und Professor Lefmann=Heidelberg, beide ehemalige Lehrer, jetzt Ehrenmitglieder des Vereins.
Treu war ein Lehrer, der unsere Reihen zierte, der uns würdig zu vertreten wußte. Als Diesterwegs Denkmal in Herdeke a. d. Ruhr enthüllt wurde, betraute man ihn mit der Ehre der Einweihungsrede. Auch mit dem bekannten Pädagogen Oberkonsistorialrat Natorp stand er in freundschaftlichen Beziehungen. Ein Neffe desselben, Justizrat Niemeyer in Essen, gab ihm das Geleit zum Grabe.
Noch harrt manches Goldkörnlein unter seinen hinterlassenen Handschriften der Hervorziehung ans Licht. Zweifellos bieten seine “Erinnerungen” viel des Interessanten, Erinnerungen, die wert sind, in unserer rasch lebenden und vergessenden Zeit gehört zu werden. Wir aber dürfen mit Stolz von ihm sagen: Er war ein wackerer Jude und Mensch.
Allg. Zeitung des Judentums, 68. Jg. 1904, H. 47 (18.11.1904), S. 560-561
24. November 1904
[Anzeige]
Für meinen kleinen, nicht streng rituellen Haushalt suche ich zum baldigen Eintritt ein
Küchenmädchen,
welches gut kochen kann und etwas Hausarbeit übernimmt. Zeugnisse und Gehaltsanspr. erbeten.
Frau A. Löwenstein,
Düren, Schenkelstr. 13
Isr. Familienblatt, Heft 47, 24.11.1904
02.12.1904
Sigismund Gompertz, Gürzenich 66, meldet ein Gewerbe als Agentur der Feuerversicherungs-Gesellschaft Viktoria Berlin an.
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] verzogen
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
17.12.1904
Hermann Fromm, Gürzenich 302, meldet einen stehenden Viehhandel als neues Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] [Gesamter Eintrag ist waagerecht durchgestrichen, lfd. Nr. neu vergeben]
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
22. Dezember 1904
Briefkasten.
Düren. Es existiert in Preußen keinerlei Gesetzesbestimmung, wonach ausländischen Glaubensgenossen das aktive oder passive Wahlrecht zu den jüdischen Gemeindewahlen vorzuenthalten ist. In den meisten Gemeinden sind sie wahlberechtigt.
Isr. Familienblatt, Heft 51, 22.12.1904
1905
20.07.1905
Auszug aus dem Revisionsprotokoll des Königlichen Kreisarztes, Medizinalrat Dr. Wex Düren, vom 29. Juli cr. J. No 1537 betr. Ortsbesichtigung in Mariaweiler am 20./7 05.
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Es fand sich zu erinnern:
Beim Metzger Jakob Keusch, Haus No 14. In dem ganzen Betriebe herrscht große Unsauberkeit, im Schlachtraum sind die Wände defekt und mit alten Blutspritzern bedeckt; in dem kürzlich ohne Erlaubnis errichteten Zerkleinerungsraum steht ein alter Holzkübel mit sog. Salzfleisch; letzteres ist mit höchst unsauberen Ziegelsteinen bedeckt. Die festen Abfälle, Pansen, Därme etc. liegen offen auf der Dungstätte umher. In dem Verkaufsladen findet sich kein Aushang der Polizei-Verordnung.
In Anbetracht des nicht unerheblichen Umfanges des Gewerbebetriebes – jährlich werden über 100 Stück Rindvieh geschlachtet – erachte ich durchgreifende Änderungen für erforderlich. [Folgen Einzelanweisungen]
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Zu J. No 2257
Birkesdorf, den 18. August 1905
An den Metzger Herrn
Jacob Keusch
zu
Mariaweiler
Bei der am 20. v. Mts in Mariaweiler durch den Königl. Kreisarzt Herrn Medicinalrat Dr. Wex in Düren stattgehabten Ortsbesichtigung hat sich zu erinnern gefunden, daß in dem ganzen Betriebe große Unsauberkeit herrscht; im Schlachtraum sind die Wände defekt und mit alten Blutspritzern bedeckt. In dem kürzlich ohne Bauerlaubnis errichteten zerkleinerungsraum steht ein alter Holzkübel mit sog. Salzfleisch. Letzteres ist mit höchst unsauberen Ziegelsteinen bedeckt. Die festen Abfälle, Pansen, Därme etc. liegen offen auf der Dungstätte umher. In dem Verkaufsladen befindet sich kein Aushang der Polizei-Verordnung vom 30. Oktober 1902.
In Anbetracht des nicht unerheblichen Umfanges des Gewerbebetriebes sind durchgreifende Änderungen unbedingt erforderlich. [Folgen Einzelanweisungen]
Auf Grund der §§ 7 u. 12 der vorgenannten Polizei-Verordnung werden Sie hierdurch aufgefordert, sämtliche Mängel innerhalb 14 Tagen 4 Wochen zu beseitigen. [...]
Für den Fall, daß Sie dieser Aufforderung in der gegebenen Frist nicht nachkommen, wird Ihnen nach Ablauf derselben die Weiterbenutzung des Schlachtraumes, überhaupt die Vornahme von Schlachtungen auf dem Grundstücke untersagt u. zwar bei Vermeidung einer Strafe von dreißig Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle eine entsprechende Haftstrafe tritt. [...]
Die Polizei-Verwaltung
Der Brgstr,
[Unterschrift]
Eine Ausfertigung obiger Verfüg. habe ich heute dem Metzger Herr Jacob Keusch ausgehändigt.
Mariaweiler, den 25. August 1905
Krieger
Polizei-Sergt.
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Der Bürgermeister
Birkesdorf, den 12./10.1905
JNo 2256 M 2 Aug
Gegen Rückgabe
an den Herrn Bürgermeisterei
diener Krieger
zu
Hoven
zur sofortigen Nachrevision, ob die Übelstände nunmehr beseitigt sind und Berichterstattung hierunter.
ect. 20./10. cr
Die Übelstände sind beseitigt.
Hoven, den 21ten Okotber 1905.
Krieger Bürgermeistereidiner [!]
Archiv der GW
20.01.1905
Moses Fromm, Rölsdorf 50, meldet eine Metzgerei und Viehhandel an. Die Metzgerei wird schon seit 3.1.1898 betrieben cfr. Nr. 73 des Anmelderegisters. Viehhandel neu begonnen. Anlage u. Betriebskapital 2000 M Gewinn 1800 M
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] abgemeldet 24./6.24
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
[02.05.1905]
So fand die Gründungsfeier in der Wirtschaft Franz Quadflieg (jetzige Wirtschaft Salesius Titz – Vereinslokal –) statt. Nach langem Hin und Her vollzog sich die langersehnte Gründung.
Dem Verein traten folgende Sportskameraden bei:
[…]
Roer Fritz
[…]
Nun schritt man zur Wahl des Vorstandes. Es muß hier erwähnt werden, daß man sich sehr schnell auf verschiedene alte Vorkämpfer einigte. Es wurden gewählt […] Zeugwart Fritz Roer, […] [1908 ist er nicht mehr im Vorstand].
Festschrift zum 25jährigen Bestehen verbunden mit Sportwoche vom 3.-11. Mai 1930 des F.C. Borussia 05 Rölsdorf
01.12.1905
Volkszählung: Die Stadt hat 29.771 Einwohner, 26.390 Katholiken, 3.096 Evangelische, 268 Juden
Geuenich, Straßennamen, S. 227
31. Dezember 1905
Düren. (Ein Hundertjähriger.) Am 31. Dezember feiert der in Lüxheim, Kreis Düren, wohnende Herr Jacob Schwarz seinen 100. Geburtstag. Der Jubilar gehört einer langlebigen Familie an, denn mehrere seiner Brüder hatten ebenfalls das 100. Lebensjahr überschritten. In seinen jungen Jahren verfügte Schwarz, dem auch der Schalk im Nacken saß, über außergewöhnliche große Körperkräfte, und manches Bravourstückchen wird von ihm erzählt. Der Greis erfreut sich, obwohl er in wenig zufriedenstellenden materiellen Verhältnissen lebt, noch verhältnismäßig guter Gesundheit.
Isr. Familienblatt, 21.12.1905
1906
4. Februar 1906
Düren (Rhld.). Unter dem Vorsitze der Frau Wwe. H. Lenz fand am 4. Februar die diesjährige Generalversammlung des hiesigen segensreich wirkenden israel. Frauenvereins statt. Der Schriftführer, Herr Lehrer Oppenheim, erstattet(e) den Jahresbericht, nach welchem die Jahreseinnahmen 479,45 Mk., die Ausgaben 437,15 Mk. betrugen. Unter den ersteren befinden sich 221 Mk. Jahresbeiträge, zwei Spenden von je 50 Mk., eine zu 10 Mk. usw.; unter den Ausgaben sind verzeichnet: 200 Mk. zur Hilfe für die notleidenden russischen Juden, 25 Mk. für den israel. Kinderhort in Limburg, 120 Mk. für verschiedene Arme etc. Das Vermögen des Vereins ist aus 2421 Mk. gestiegen; die Zahl der Mitglieder beträgt 56. An Stelle der Frau Bellerstein die von hier verzogen ist, wird Frau S. Hartoch mit großer Majorität zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Isr. Familienblatt, Heft 7, 15.02.1906
15. Februar 1906
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Isr. Knabenpensionat
Düren, Rheinland.
Schüler, die das Gymnasium od. die Realschule besuch. woll., find. in meinem Pensionat liebevolle Behandlung u. gewissenh. Beaufsichtigung, Nachhilfe in allen Fächern, auch in fremden Sprachen.
Lehrer Oppenheim,
Düren, (Rheinl.)
Isr. Familienblatt, Heft 7, 15.02.1906
19. April 1906
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Suche ein
junges Mädchen,
dem Gelegenheit geboten, sich im Haushalt u. Geschäft aus zu bilden bei Familienanschluß und 180-200 M. Gehalt jährlich. Dienstmädch. w. gehalten.
Frau Jacob Keusch,
Mariaweiler
bei Düren, Rheinland.
Isr. Familienblatt, Heft 16, 19.04.1906
20. April 1906
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Düren (Rhld.)
[hebr. Zeichen] Privat-Pension [hebr. Zeichen]
L. Holländer, Schützenstr. 20, an der Synagoge, empfiehlt sich dem reisenden Publikum.
Der Israelit, Heft 16, 20.04.1906
29. Mai 1906
Düren. (Aus dem Tierschutzverein.) In der letzten Versammlung des hiesigen Tierschutzvereins hielt Schlachthofdirektor Haffner einen Vortrag über das Schächtverfahren, in welchem er auf das Heftigste, ganz nach bekanntem Muster gegen die jüdische Schlachtmethode eiferte. Recht kurios muß es erscheinen, wenn der Herr Schlachthofdirektor sich als Bibel- und Talmudgelehrter insofern produzierte, als er erklärte, das Schächten sei kein Gebot der jüdischen Religion. Herr Haffner wird schlechterdings Entscheidung dieser Frage schon den wirklichen Fachleuten und unserer Glaubensgemeinschaft überlassen müssen. Unsere Rabbiner werden das am Ende – noch besser wissen als er. – Mit sehr gewichtigen Gründen trat übrigens Herr A. Bendix dem Redner entgegen. Beachtenswert aber erscheint, daß der Herr Oberbürgermeister Klotz sich als unbedingten Gegner des Schächtens bekannte. Man wird in der hiesigen Gemeinde gut tun, dies Bekenntnis nicht unbeachtet zu lassen.
Isr. Familienblatt, Heft 22, 29.05.1906
28.07.1906
Aus dem „Gesetz“ betr. Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen
[…]
§ 40.
Für die Errichtung, Unterhaltung und Verwaltung der für jüdische Kinder bestimmten und mit jüdischen Lehrkräften zu besetzenden öffentlichen Volksschulen gelten bis auf weiteres die jetzt bestehenden Vorschriften mit der Maßgabe, daß der § 67 Nr. 3 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden (Gesetz-Samml. S. 263) für den ganzen Umfang der Monarchie zur Anwendung gelangt. Die zur Unterhaltung solcher Schulen Verpflichteten gelten als Schulverbände im Sinne dieses Gesetzes.
GS 1906 (S. 349-350), in: Lepper II, S. 971
1. September 1906
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Lehrerstelle.
Die Stelle eines Religionslehrers u. Vorbeters ist in Jülich mit dem 1. Sept. 1906 neu zu besetzen. Festes Gehalt 1400 Mk., sowie Nebeneinkommen. Seminaristisch vorgebild. unverheirat. Bewerber wollen sich unter Beifügung von Zeugnisabschr. u. Angaben v. Referenz. baldmöglichst an den Vorstands-Kommissar Herrn Samuel Schnitzler in Jülich wenden.
Der Vorstand
der Synagogen-Gemeinde
Jülich. Dr. Hertz
Isr. Familienblatt, Heft 23, 07.06.1906
27. September 1906
Gürzenich bei Düren. (Einweihung der neuen Synagoge.) Nachdem die hiesige alte Synagoge wegen Baufälligkeit unbrauchbar geworden war, bemühte sich der opferwillige und tatkräftige Vorsteher der Gemeinde, Herr Isac Fromm, um den Bau einer neuen Synagoge. Im Vertrauen auf Gottes Beistand und auf die jüdische Opferwilligkeit nahm er den Bau vor und hat in kurzer Zeit ein den Verhältnissen entsprechendes, würdiges Gotteshaus geschaffen. Es liegt an der Hauptstraße des Ortes und macht sowohl in seiner inneren Ausstattung wie äußeren Anlage einen recht freundlichen Eindruck. Bei der feierlichen Einweihung sang nach einem von der Schülerin Kunigunde Fromm gesprochenen Prologe der Kantor der Synagogen-Gemeinde zu Aachen, Herr Dublon, das Einleitungsgebet "Ma tauwu". Hierauf vollzog sich unter feierlichen Gesängen und Responsorien die Ueberführung der Thorarollen nach der neuen Synagoge. Nach dem Einheben bestieg Herr Dublon die Kanzel, um nach einem Weihegebet die formvollendete Festrede zu halten. Nach einem Schlußgebet, in dem der Segen Gottes über Kaiser und Reich angerufen und das uneigennützige, lobenswerte, fromme Werk der Gemeindemitglieder gerühmt wurde, wurde das Abendgebet gesprochen. Die Feier hat bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck zurückgelassen.
Isr. Familienblatt, Heft 39, 27.09.1906
12.10.1906
Von Nah und Fern
[…] In Gürzenich bei Köln wurde die neue Synagoge eingeweiht. […]
Allg. Zeitung des Judentums, 70. Jg. 1906, H. 41 (12.10.1906), S. 4
18. Oktober 1906
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Lehrmädchen
sofort gesucht. Pension im Hause.
Düren, Seidenhaus Cohn & Co.
Isr. Familienblatt, Heft 42, 18.10.1906
24.10.1906
Pier, 24. Okt. (Telegramm.) Heute früh 1/2 6 Uhr brach hier Feuer aus, welches fünf Scheunen mit reichen Frucht- und Strohvorräten nebst den dazu gehörigen Stallungen zerstörte und die Metzgerei von Moses Cahn beschädigte. Die Geschädigten sind: Ackerer Heinrich Hahn, Anton Loevenich, Peter Harren, Wwe. Morschel und Moses Cahn. […] Das Vieh konnte mit Ausnahme einiger Hühner, die verbrannten, gerettet werden. Der ziemlich bedeutende Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz, s. Unterlagen FF Düren
25. Oktober 1906
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Lehrmädchen
gesucht. Pension im Hause. Ritueller Haushalt.
Seidenhaus Cohn & Cie., Düren
Isr. Familienblatt, Heft 43, 25.10.1906
06.11.1906
Für die uns von allen Seiten so reich erwiesene Hülfe und Teilnahme bei dem uns betroffenen Brand-Unglück sprechen wir hierdurch unsern herzlichsten Dank aus.
Familie S. Cahn
Pier, den 6. Nov. 1906
Zeitungsbericht unbekannter Provenienz, s. Unterlagen FF Düren
Die evangelische Kleinkinderschule wurde im Durchschnitt in den letzten Jahren von 120 Kindern besucht, hiervon waren 57 evangelisch, 57 katholisch, 6 Israeliten.
Geschichte der Evangelischen Kleinkinderschule zu Düren, Düren 1906, S. 47
29. November 1906
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Relig. Mädchen,
welches die bürgerl. Küche erl. will, ohne gegens. Verg. ges. Dienstm. vorh. Fam.Anschl.
Privat-Pension
Ludw. Holländer,
Düren, Rheinland
Isr. Familienblatt, Heft 48, 29.11.1906
1907
Die Betgemeinde Hellenthal war inzwischen seit mehr als fünf Jahren ohne ständigen Religionslehrer. Ihr Vorstand hatte Ende des Jahres 1906 die Einstellung des Lehrers Hermann Spier aus Drove als Religionslehrer beschlossen. [LAD, Reg. Aachen, Nr. 17898] […] Zur beabsichtigten Einstellung des Religionslehrers Spier aus Drove, die der Vorstand der Betgemeinde Hellenthal Ende des Jahres 1905 [s.o., bch] thematisiert hatte, ist es dennoch gekommen. Spier war zwei Jahre in Hellenthal tätig und hat die Stelle im Sommer 1907 verlassen, um bei dem Infanterieregiment Nr. 65 in Köln als Rekrut einzutreten [Ebd.]. Er heiratete übrigens am 15. Januar 1909 (Standesamt Hellenthal) die Frieda Kaufmann, Tochter von Simon Kaufmann und Rosa Rothschild aus Blumenthal. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er in Schlawe/Pommern.
Am 15. September 1907 wurde mit Genehmigung der Regierung der Nachfolger Michael Daniel zur Erteilung des Religionsunterrichts eingestellt. Er hatte zwar drei Jahre das israeli(ti)sche Lehrerseminar zu Köln besucht, jedoch die Prüfung nicht abgelegt. Die Regierung nennt ihn bei der Genehmigung seiner Einstellung am 11. Oktober 1907 ausdrücklich nicht “Religionslehrer” sondern “Vorbeter”. Michael Daniel war Sohn des Handelsmanns Karl Daniel und am 27. September 1882 in Drove bei Düren geboren. Von 1898 bis 1904 hatte er das jüdische Lehrerseminar besucht, um danach eine Stelle als Religionslehrer und Kantor in Zülpich anzunehmen. Wegen Einberufung zum Militärdienst war er nur ein Jahr in Zülpich geblieben. Der darauf folgende Militärdienst im Infanterieregiment Nr. 28 zu Koblenz-Lützel dauerte lediglich drei Monate, als er wegen Kurzsichtigkeit entlassen wurde. Nach der militärischen Entlassung nahm er eine Stelle als Religionslehrer und Kantor zu Falkenburg in Pommern an, die er bis Ende Juni 1907 inne hatte. Michael Daniel war mindestens bis 1911 in Hellenthal tätig [Ebd.]. Ihm und seiner Ehefrau Ida geborene Scheyer wurden in Hellenthal zwei Kinder (Sibilla Irma *1910 +1910 und Walther *1911 +1911) geboren (Standesamt Hellenthal).
Walter Hanf, Juden im oberen Hellenthal, S. 140ff.
12.01.1907
Witwe Samuel Fromm, Lendersdorf 133, meldet eine Metzgerei und stehenden Viehhandel als Gewerbe an. "Die Metzgerei wird schon mehr als 30 Jahre betrieben und ist für 1906 unter Nr. 20 der Gewerbesteuerrolle in Klasse IV zu 20 M veranlagt. Stehender Viehhandel neu begonnen."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
09.06.1907
Abraham Fromm, Lendersdorf 133, meldet einen [durchgestrichen: Metzgerei und Viehhandel] Viehhandel als Gewerbe an. "Personenwechsel. Hat das Geschäft von seiner Mutter Nr. 251 d. V. der Ww Samuel Fromm, gestorben am 9.6.07, übernommen. Dieselbe ist in Klasse IV unter Nr. 20 der Rolle zu 20 M Gewerbesteuer veranlagt."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
12.06.1907
Philipp Roer, Lendersdorf 98, meldet ein Manufakturwarengeschäft [durchgestrichen: und Makler] Nähmaschinen als neues Gewerbe an.
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] eingestellt
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
1908
C. Das jetzige Lehrerkollegium (1928/29)
[…]
Im Nebenamte:
Oppenheim, Lehrer an der isr. Volksschule Düren, isr. Religionslehrer seit 1.7.1908
Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 153
5. Die Schüler (1864-1928)
A. Ehemalige Schüler, die an der Schule ein Abschlußzeugnis erwarben, und Abiturienten
[…] Pollack Friedrich, Vettweis
[…] Fromm Sally, Düren […]
Festschrift zur Hundertjahrfeier des Realgymnasiums mit Realschule in Düren, Düren 1928, S. 160
08.01.1908
Isaak [durchgestrichen: Jakob] Fromm, Gürzenich 241 a, meldet einen stehenden Viehhandel als neues Gewerbe an. "Hat bisher Viehhandel mit Wandergewerbsschein betrieben."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] abgemeldet 21.6.38
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
09.02.1908
Witwe Meyer Roer, Rölsdorf, meldet eine Metzgerei zum Gewerbe an. "Personenwechsel. Hat das Geschäft von ihrem am 18.2.1906 gestorbenen Ehemann übernommen. Derselbe war zur Gewerbesteuer nicht veranlagt."
[Ergänzende Eintragungen:] [Name durchgestrichen] jetzt Roer Eva?
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936
1909
26.07.1909
Gebrüder [durchgestrichen: Isaak] (Isaak & Fritz) Roer, Rölsdorf 75, melden eine Metzgerei zum Gewerbe an. "Personenwechsel hat das Geschäft von der bisherigen Inhaberin der Witwe? Meyer Roer übernommen. Ww Roer ist gewerbesteuerfrei veranlagt nach § 7 des Gesetzes."
KrA 1134, Amt Birgel, Gewerbean- und -abmeldungen 1893-1936



