Die Idee des Stadtmuseums
Will man das Interesse der Menschen für ihre Vergangenheit und die Lebensweise und -umstände ihrer Vorfahren wecken und bestärken, so ist es immer hilfreich, dafür einen konkreten Ort bereit zu halten, der Geschichte – zumindest in gewissem Rahmen – wieder sichtbar machen, „visualisieren“ kann.

Diesen Ort bildete in Düren für einige Jahrzehnte das am 8.11.1905 eröffnete Leopold-Hoesch-Museum, das bestimmt war für „Kunstausstellungen, Altertumssammlungen, naturwissenschaftliche Sammlungen, Stadtarchiv und Stadtbibliothek“. Es enthielt u.a. die „Städtische Münz- und Altertumssammlung“, deren Grundstock bereits 1873 die Erben des Apothekers und Heimatforschers Damian Rumpel der Stadt Düren zum Geschenk machten.

Seit 1938 besaß die Stadt sogar im prächtigen Renaissancegebäude des „Kornhauses“ ein eigenes Heimatmuseum, das allerdings wie die gesamte Altstadt dem Angriff am 16.11.1944 zum Opfer fiel.

Nach dem Krieg kehrte die „Heimatgeschichte“ dann für einige Jahre ins Leopold-Hoesch-Museum zurück, das als „Volksbildungshaus“ wieder alle städtischen Kultur-Institute unter einem Dach vereinigte. In dem Maße jedoch, wie sich einerseits Stadtarchiv, Stadtbücherei und Volkshochschule wieder verselbständigten und z.T. in eigenen Häusern etablierten, andererseits das Leopold-Hoesch-Museum – sinnvoller Weise – zu einem reinen Kunstmuseum wurde, geriet die Darstellung der städtischen Geschichte in Vergessenheit und – um es provokant zu formulieren – „unter die Räder“. Das bedauerten viele Dürener, allein: Abhilfe war nicht in Sicht.

Da entschloss sich die Stadt Düren, das Jahr 2008 zu einem „Jahr der 50er“ zu machen, eingedenk der Tatsache, dass große Teile der Dürener Innenstadt in jenen Jahren wieder aufgebaut worden sind und man sich dieses Erbes stärker bewusst werden wollte. Zu den zahlreichen Programmpunkten trug die Dürener Geschichtswerkstatt mit einer Ausstellung „Leben, Wohnen, Arbeiten in den 50ern“ bei, die, aufgebaut im ehemaligen „Bettenhaus Thiemonds“, das den authentischen Geist jener Zeit atmete, mit über 10.000 Besuchern ein großes Echo fand und von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen wurde (siehe die Auszüge aus dem Gästebuch unten).

Durch diesen Erfolg erfuhr der schon lange Zeit in vielen Köpfen latent formulierte Wunsch, ein Stadtmuseum zu etablieren, einen starken Auftrieb. Neben der interessierten Bevölkerung waren auch die Presse und letztlich auch die Politik sensibilisiert und standen dem Ansinnen positiv gegenüber. Diese gute Grundstimmung wurde genutzt, um den Ideen und Wünschen konkrete Taten folgen zu lassen. Dazu bedurfte es allerdings auch der entsprechenden Mittel und Ressourcen, ohne die Träume nur Träume bleiben. Die Kardinalfrage nach den geeigneten Räumlichkeiten beantwortete die Sparkasse Düren, indem sie eine leer stehende ehemalige Sparkassenfiliale zur Verfügung stellte. Auf dieser Basis machte die Gründung eines Trägervereins im März 2009 richtig Sinn, der kurze Zeit später mit ersten Arbeiten in den Räumlichkeiten beginnen konnte.


Einige Stimmen aus dem Gästebuch der Ausstellung „Leben, Wohnen, Arbeiten in den 50ern“:

Düren, zwischen Aachen und Köln, ist zu so einer tollen Ausstellung fähig. Gratuliere, komme bestimmt nochmal wieder.
H. P.

Ganz toll!
Das Interesse belegt, daß ein Stadtmuseum fehlt!
Packen wir es alle an.

H. K.-S.

Eine sehr informative und spannende Ausstellung. Sie spricht drei Generationen einer ganzen Familie an.
Wir hoffen auf eine Weiterführung.

Familie H., H., L.

Eine tolle Ausstellung, Lob und Anerkennung für die Mühe. Es ist schön, die Geschichte so nochmal erleben zu können und sie auch den Kindern zu zeigen. Tolle Räumlichkeiten, sie bieten den richtigen Rahmen.
Die Ausstellung sollte permanent bleiben.
Nochmal Dank an alle!

Familie I. S.

Eine wunderschöne Ausstellung mit vielen Erinnerungen an die Kindheit – wäre schön und wünschenswert, in Düren eine Dauerausstellung oder ein diesbezügliches Museum einzurichten!
N. P-S.

Als Dürener Kind und Kind der 50er Jahre hat mir diese Ausstellung sehr gut getan. Hoffentlich können die Ausstellungsstücke in einem Dürener Stadtmuseum noch viele Menschen erfreuen.
U. D.

Herzlichen Dank allen Engagierten für diese tolle Ausstellung, die vielen Dürenerinnen und Dürenern gut getan hat und Anstöße gegeben hat für weitere Initiativen zur Dürener Stadtgeschichte.
Paul Larue



Logo
Stadtmuseum Dueren