Neuzugänge

An dieser Stelle wollen wir regelmäßig Beispiele für Neuzugänge in unseren Bestand vorstellen, um zur "Nachahmung" anzuregen und vor allen Dingen zu zeigen, was wir schwerpunktmäßig sammeln.

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Eine Liebe in Zeiten des Krieges

Die Vorbereitungen für unsere neue Ausstellung über den Mundartdichter Franz Peter Kürten laufen auf Hochtouren und wir freuen uns über viele schöne Original-Dokumente und Objekte, die ab dem 26. März in der Stadtbücherei zu sehen sein werden.

Darunter befinden sich auch sehr persönliche Erinnerungsstücke, wie dieses kleine Büchlein, das an eine junge Liebe in der Zeit des Ersten Weltkriegs erinnert. 1915 hatte Franz Peter Kürten, damals 24 Jahre alt, die 16-jährige Anna Jansen aus Echtz kennengelernt. Die beiden verliebten sich ineinander, wie ein kleines Büchlein mit handgeschriebener Liebespoesie Kürtens an sein liebes Ännlein zeigt. Neben Gedichten mit Titeln wie „Ich und Du“, „Blümlein Glück“, „Ich kenne zwei Augen“ und „Junge Liebe“ finden sich darin – auch noch nach über 100 Jahren – mehrere getrocknete Blumen und vierblättrige Kleeblätter sowie folgende Widmung: Meinem lieben Ännlein zum 18. Geburtstag und zur Erinnerung an das erste Jahr unserer Minnezeit. Düren, 16. Juli ´17, Fr. Peter K. Am 3. August 1920 heirateten die beiden. Sie sollten drei Söhne bekommen.

Wenn Sie das Büchlein sehen möchten und mehr über Franz Peter Kürten erfahren wollen, sind Sie herzlich eingeladen: Die Ausstellungseröffnung findet am 26. März um 19 Uhr im Bistro des Hauses der Stadt statt.

 

Filter von Schleicher & Schüll gibt es immer noch

In einem eigenen Labor wurden ständig neue Zusammensetzungen für solche Filterpapiere erprobt. Unser Bild zeigt einige der Schutzmarken, die dafür angemeldet worden waren. »Se méfier des contrefaçons!« steht rechts unten: »Hüten Sie sich vor Fälschungen!«

Neben diesen Filterpapieren vertrieb die Firma eine Reihe weiterer Produkte, von dehnungsfreiem Millimeterpapier über sonstige technische Papiere bis hin zu Zeichenutensilien. Sie gehörte sicher zu den bekanntesten und renommiertesten Unternehmen der ohnehin ausgedehnten Papierbranche in Düren.

Filterpapiere unter der Marke "Schleicher & Schüll" werden übrigens heute noch (von einem englischen Konzern) vertrieben.

Wie damals bei Tante Emma ...

Unser HistoLab hat wieder etwas Neues zu bieten: kürzlich bekamen wir diesen schönen Kaufladen in Puppenstubengröße geschenkt. Er wurde 1958 angeschafft und offensichtlich haben mehrere Generationen von Kindern ihren Spaß damit gehabt: Zum Kaufladen gehören nämlich zahlreiche Miniatur-Produkt-Verpackungen, z. B. Omo-Waschmittel, Maggi-Soßentütchen, Bärenmarke-Kondensmilchdosen, ein winziger Kasten mit Bierflaschen sowie eine kleine Lagnese-Eistruhe. Einige der Produkte existierten aber in der Urspungszeit des Kaufladens noch gar nicht, sondern wurden vermutlich später dazugekauft.

Der Kaufladen wird nun im HistoLab des Stadtmuseums gezeigt - der Kaufladen im Kaufladen sozusagen! Selbstverständlich darf mit ihm gespielt werden, denn genau das soll unser Kinderraum bieten: Geschichte zum Anfassen!

Historische Höschen

Jüngst erreichte uns eine große Tüte voller neuer Schätzchen für unsere Textilsammlung: 100 Jahre alte Unterwäsche, fast 20 Einzelteile. Neben so schönen Stücken wie der rosafarbenen Seidenunterhose oder dem Hemdchen mit eingenähtem Höschen, fand sich auch eine Babyunterhose mit Latz aus den 1950er Jahren im Packet.

Wir freuen uns sehr, denn historische Unterwäsche ist selten. Wer hebt schon seine alten Schlüpfer auf, damit sie in ferner Zukunft in einem Museum gezeigt werden können? Wir würden uns wünschen: viel mehr Menschen! Zum Glück hat die Familie der Dürener Damen, der einst die nun historischen Höschen gehörten, das getan.

Sollten Sie zufällig auch einmal auf historische Unterwäsche oder Oberbekleidung stoßen, freuen wir uns über einen Anruf oder eine E-Mail: sarah.hoener@stadtmuseumdueren.de!

 

Beschwingt durchs HistoLab

Der neueste Neuzugang in unserer Sammlung ist dieser schicke Tretroller. An Ostern 1967 hatten er und ein zweites baugleiches Exemplar bereits zwei Jungs sehr glücklich gemacht.

Nach eingehenden Recherchen hat das Museumsteam dem Gefährt neue Reifen nach historischem Beispiel verpasst, so dass unsere kleinen Besucher ab jetzt im HistoLab damit ihre Runden drehen können. Der Roller ist nämlich noch absolut fahrtüchtig.

Hoffentlich freuen sie sich genauso sehr wie der erste Besitzer des Rollers über das schöne Geschenk! Und wir freuen uns, dass dem historischen Spielzeug auf diese Art neues Leben eingehaucht werden konnte.

Gegrüßet seist du, Maria

Joseph Winthagen hat wieder "zugeschlagen" und ein weiteres wunderschönes Modell eines Dürener Denkmals erschaffen. Detailverliebt und kunstvoll wie immer hat er dieses Mal die alte Mariensäule nachgebaut. Das Modell ist ca. 1,20 m hoch und erinnert an das Denkmal, das 1857 auf dem Marktplatz errichtet wurde. Es trug eine lateinische Inschrift, die übersetzt "Zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria ohne Makel empfangen errichteten die Dürener (diese Säule) am Feste des h. Rosenkranzes im Jahre des Herrn 1857" bedeutete. Bei der Zerstörung Dürens ging es - wie leider so vieles - verloren, und wurde 1957 durch eine modernere Variante ersetzt.

Wer es sich anschauen möchte, ist herzlich eingeladen, uns immer sonntags von 11 bis 17 Uhr im Stadtmuseum besuchen zu kommen.

Düren als bunter Flickenteppich

Dieses textile Kunstwerk wurde in den 1970er Jahren von Schülern des Naturwissenschaftlichen Gymnasiums (heute Wirteltorgymnasium) angefertigt. Es zeigt zahlreiche typische Ansichten, Gebäude und Orte der Stadt - zum Teil gibt es sie heute noch (Christuskirche, Annakirche, Dreigurtbrücke), z. T. gehören sie der Vergangenheit an (Zuckerfabrik, Stadthalle).

Der farbenfrohe Wandteppich hing bis vor Kurzem im Flur eines ehemaligen Lehrers, nun schmückt er unser Treppenhaus. Wir bedanken uns für das schöne Geschenk und wer weiß: vielleicht gibt es ja den einen oder anderen ehemaligen Schüler, der seine künstlerische Handschrift wiedererkennt oder uns mehr über die Umstände der Fertigung erzählen kann? Wir freuen uns über jeden Hinweis, denn solche Erinnerungen, Anekdoten und persönlichen Geschichten sind es schließlich, die aus einem Gegenstand erst ein Museumsobjekt machen. Wenn Ihnen etwas zum Wandteppich einfällt, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

Das Badezimmer von Düren

Ein neues Kunstwerk ist in unsere Außenvitrine eingezogen: ein weiteres Modell aus der "Schmiede Winthagen"! Es zeigt das alte Volksbad, das 1893 an der Philippstraße eingeweiht wurde. Die Badeanstalt - in der man nicht schwimmen, sondern sich waschen konnte - wurde von den Dürenern gut angenommen, davon zeugen die 11.579 Wannenbäder (zu je 25 Pfennig), 23.904 Brausebäder (zu je 10 Pfennig) und 255 „Sitzdouchebäder“ (zu je 20 Pfennig), die bereits im ersten Geschäftsjahr an den Mann und die Frau gebracht werden konnten. Der Bau war von Gartenanlagen umgeben, hatte ein Kuppeldach mit Schornstein und Ventilator und verfügte über zwei voneinander getrennte Abteilungen für Männer und Frauen mit insgesamt sechs Wannenbädern, 17 Brausebädern und zwei Sitzbrausen mit dazu gehörigen Ankleidezellen, außerdem gab es eine eigene Wäscherei in den Kellergewölben. Das Volksbad an der Philippstraße wurde am 16. November 1944 beim Luftangriff auf Düren in Schutt und Asche gelegt. Wir danken Josef Winthagen für seine unermüdliche und wie immer detailverliebte Arbeit und erfreuen uns an einem weiteren Stückchen Dürener Geschichte, das ab heute vor dem Haupteingang des Museums bewundert werden darf!

Mehr über die Badeanstalten Dürens erfahren Sie übrigens im „Jahrbuch Kreis Düren 2017“, erhältlich im Stadtmuseum.

Das Museum im Museum

Wer in den nächsten Wochen das Stadtmuseum besucht, sollte vor dem Eintritt ins Gebäude mal einen Blick nach rechts riskieren. Dort im Fenster kann seit wenigen Tagen u. a. dieses Modell betrachtet werden. Josef Winthagen hat erneut "zugeschlagen" und das ehemalige Dürener Kornhaus in gewohnt aufwendiger und detailverliebter Art und in mühevoller Kleinarbeit wieder auferstehen lassen.

Das Kornhaus stand vor der Zerstörung Dürens im Zweiten Weltkrieg in der Philippstraße (heute Victor-Gollancz-Straße), neben dem Gasthaus „Zum Franziskaner“. Es hatte die Hausnummer 14. Heute befindet sich an dieser Stelle der Parkplatz der Volkshochschule. Es war 1588 im Stil der Spätrenaissance als Kornspeicher erbaut worden. Im Nachbargebäude befand sich damals der sogenannte Stadthof, ein städtisches Materiallager. Im frühen 18. Jahrhundert wurden der Schandpfahl und der Strafesel vom Marktplatz dort aufgestellt. Ab 1869 nahm das inzwischen leerstehende und umgebaute Kornhaus die katholische Realschule auf. 1918, noch während des Ersten Weltkrieges, kaufte die Stadt das Gebäude. Nach jahrelangen Umbauten und Restaurierungen eröffnete Anfang 1939 ein Heimatmuseum im Kornhaus. Bei den Ausstellungsstücken handelte es sich um Teile der heimatgeschichtlichen Sammlung des Leopold-Hoesch-Museums. Das Kornhaus wurde beim Luftangriff auf Düren am 16. November 1944 vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

 

Für unsere seit dem 15. April eröffnete Ausstellung „Neue Horizonte – Dürener Migrantinnen erzählen“ haben wieder eine ganze Reihe von spannenden Objekten ihren Weg ins Stadtmuseum gefunden. Die meisten davon – Leihgaben aus dem Besitz der Teilnehmerinnen – stammen aus den verschiedenen Heimatländern der Frauen, andere stehen symbolisch für typisch deutsche Angewohnheiten, die bei den Frauen einen Kulturschock ausgelöst haben. So auch dieser Wecker, denn die den Deutschen stets nachgesagte Pünktlichkeit wurde gleich von mehreren Teilnehmerinnen als der Aspekt genannt, der sie am meisten in ihrer ersten Zeit in Düren befremdete.

Eine Dame aus Brasilien sagte zum Beispiel: „Pünktlichkeit war für mich am Anfang schwer. Wenn wir bei uns zu Hause feiern und die Gäste für sieben Uhr einlädt, weiß man, die kommen nicht um sieben. Manche kommen um acht, manche aber auch erst um elf. Das ist okay. Es soll ja eine Feier und kein Stress für irgendwen sein. Ich bin da gelassen. Aber meinen Mann nervt das manchmal. Er hat mich von Anfang an immer gewarnt: pünktlich zu sein, heißt in Deutschland, eine Viertelstunde vorher da zu sein. Mittlerweile klappt es ganz gut. Manchmal bin ich sogar sehr pünktlich und mein Mann ist verspätet, aber die Leute denken: „Ah, das muss wohl an ihr liegen!“ Da kann ich sagen, was ich will, die Leute glauben es nicht und denken immer, ich wäre diejenige, die unpünktlich ist.“

Eine Teilnehmerin aus dem Kongo äußerte sich ganz ähnlich und fügte noch hinzu: „Die Deutschen machen sich immer so einen Stress. Umsonst. Ich sehe das so oft. Und es bringt einfach nichts. Auf der Arbeit sagt meine Kollegin manchmal: „Ich bin so gestresst.“ Dann sage ich immer: „Wo ist der Stress? Ich kann ihn nicht sehen.“ Meine Kollegen sagen deshalb oft, dass ich so cool wäre. Aber ich sehe den Stress wirklich nicht. Stress ist sowieso fast immer umsonst. Und wenn um mich herum alle in Stress ausbrechen, lasse ich mich davon nicht anstecken. Ich sage mir dann einfach: „Da mach ich nicht mit!“

Welche anderen Kulturschocks unsere Projektteilnehmerinnen hier in Düren erlebten, was das deutsche Abendbrot damit zu tun hat, und was wir uns – abgesehen von ein bisschen mehr Gelassenheit – vielleicht noch von anderen Kulturen abgucken können, erfahren Sie in unserer Ausstellung, die jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr besucht werden kann.

Ein alter Traum von Liebe

Streng genommen handelt es sich bei diesem Objekt nicht um eine neue Einlieferung, immerhin befand sich das kleine Päckchen nun seit fast vier Jahren in unserer Ausstellung "Heimatfront" zum Ersten Weltkrieg. Doch da diese nun abgebaut wird, um etwas Neuem Platz zu machen, und alle Objekte, Fotos und Dokumente wieder an ihre Stammplätze im Magazin oder auch bei großzügigen Leihgebern zurück müssen, lohnt es sich, einige Dinge, die uns seit Jahren vor der Nase hingen, noch einmal besonders zu rühmen.

Eines der schönsten und berührendsten Objekte, die uns für die "Heimatfront" zur Verfügung gestellt wurden, ist dieses kleine, auf den ersten Blick unscheinbare Papp-Paket, denn es enthält über Generationen hinweg bewahrte Erinnerungen. Mehr als 100 Jahre ist es her, dass es eine (vielleicht verliebte?) junge Dame einem Soldaten an der Front schickte. Darin verpackte sie einen kleinen Feldblumenstrauß, der - eingebettet in eine zerknüllte Zeitungsseite und mehrere Moosbüschel - in getrocknetem Zustand die Zeit überdauerte. Den Blüten nach zu urteilen, pflückte sie u. a. Maiglöckchen und verschiedene Gräser, die sie mit einem weißen Faden zusammenhielt. Die Familie hielt das 1915 abgeschickte Paket in Ehren und sorgte dafür, dass es sich noch heute in einem verblüffend guten Zustand befindet.

Das Feldpostpäckchen und die anderen Objekte aus der Zeit des Ersten Weltkrieges sind nun nicht mehr in der Ausstellung zu sehen, aber in nicht allzu ferner Zukunft gibt es ein Wiedersehen - wenn unser Buch zur Heimatfront in Düren erscheint.

Des Museums neue Kleider

Manche Objekte erreichen auf kuriosen Wegen das Stadtmuseum: so wurde uns kürzlich dieser schicke Mantel mit Pelzbesatz zugesandt. Er gehörte der Mutter der Stifterin, die ihn in den frühen 1960er Jahren gekauft hatte. Die Dame – selbst gar nicht aus Düren – war durch unseren Aufruf nach historischer Kleidung auf uns aufmerksam geworden.

Fazit 1: wir werden mittlerweile auch außerhalb vom Dürener Dunstkreis gefunden und gekannt; Fazit 2: wir besitzen nun einen wundervoll intakten Damenmantel aus der Wirtschaftswunderzeit!

 

PS: Wir sind übrigens weiterhin auf der Suche nach historischen Textilien, gerne mit persönlichen Geschichten.

Zwei tierische Neueinlieferungen

Ein Zebra- und ein Leopardenfell fanden kürzlich ihren Weg zu uns und wurden in die Sammlung aufgenommen. Nun fragt sich der eine oder andere vielleicht, was will das Stadtmuseum mit derartig exotischem Getier, das wohl niemals zur lokalen Fauna dazu gehört haben dürfte. Die Antwort lautet: die beiden Tierpräparate, die beide schon etwas älteren Datums sind und aus Afrika stammen, sollen in Zukunft unseren Schillingsraum ergänzen und für das richtige „Drumherum“ bei der Betrachtung der Objekte und Dokumente aus dem Leben des Fotografen und Großwildjägers Carl Georg Schillings, der 1865 in Düren-Gürzenich geboren wurde, sorgen. Sein Nachlass, der ebenfalls einige Tierpräparate enthält, war lange Zeit im Leopold-Hoesch-Museum untergebracht und soll in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft im Stadtmuseum zu sehen sein.

 

Armmuskeltraining mal anders

Dieser Haartrockner der Firma Sanitas aus den späten 1920er Jahren wiegt mehr als 2 kg und machte das Haarefönen vor rund 90 Jahren zu einem Kraftakt. Eine Temperaturregulierung gab es noch nicht, die heiße Luft strömte mit 90 Grad heraus und das Gerät produzierte auch schon einmal Rauch und Funken, was die Haarpflege mitunter in ein Abenteuer verwandelte. Mit dem Einzug der Elektrizität in die Haushalte verbreiteten sich - neben anderen Elektrogeräten - auch Haartrockner rasch auf dem deutschen Markt. Die Gehäuse der frühen Föne bestanden meist aus Metall, in der ausgehenden Weimarer Zeit kamen jedoch auch schon die ersten Geräte mit Kunststoff-Ummantelung auf den Markt. Leichter, kleiner und effizienter wurden Haartrockner aber erst in den 1950er Jahren.

Die Firma Sanitas brachte übrigens bereits 1908 den ersten Haartrockner unter der Modellbezeichnung "Foen" heraus, die heute zum Synonym für diese Gerätegattung geworden ist - ähnlich wie im Fall von "Tempo", "Fanta" und "Zewa". Die Marke „Fön“ wurde 1957 von der AEG übernommen, die zuvor mit dem Begriff "Heißluftdusche" warb.

Der Sanitas-Fön ist, neben vielen anderen spannenden Objekte aus unserer Sammlung, momentan in unserer Ausstellung "Betrogene Hoffnungen" zu sehen. Kommen Sie ihn doch mal besuchen!

Ein Dürener kehrt in die Heimat zurück ...

Diese Büste aus Metall zeigt den gebürtig aus Düren stammenden Kunsthistoriker Victor H. Elbern. Er wurde 1918 in Düren geboren und besuchte das Stiftische Gymnasium. Später studierte er in Bonn und verließ seine Heimatstadt kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, am Tag der Novemberpogrome 1938, um in Rom sein Studium fortzusetzen.

1950 promovierte er im Fach Kunstgeschichte und lehrte in den folgenden Jahren an der Universität Bonn. 1952 heiratete er Theresia Schager. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor und auch Elberns Karriere entwickelte sich weiterhin positiv: 1954 wurde er Generalsekretär für die Ausstellungen in der Villa Hügel in Essen, von 1957 bis 1958 schließlich Generalsekretär der Expo 58, der Weltausstellung in Brüssel. 1960 berief man ihn zum Kurator der Staatlichen Museen zu Berlin, 1967 wurde er Direktor und Chefkurator der Skulpturensammlung und für das Museum für Byzantinische Kunst in Berlin-Dahlem.

Auch auf dem Gebiet der Forschung betätigte er sich weiter: von 1970 bis 1998 lehrte er als Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Gastprofessuren hatte er in Zürich, Jerusalem und Tel Aviv. Hauptforschungsgebiet Elberns war die Kunst des frühen Mittelalters, der Spätantike und Byzanz. Er tätigte zahlreiche Veröffentlichungen und engagierte sich darüber hinaus für Sozialprojekte in Israel.

Neben zahlreichen weiteren Ehrungen erhielt er 1983 das Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Er starb 2016 in Berlin.

Seine drei Kinder traten nach seinem Tod an das Stadtmuseum heran, weil sie sich wünschten, ihr Vater möge, zumindest in Form der Büste, in seine Geburtsstadt, die er nie vergessen konnte, zurückkehren. Das Kunstwerk hatten sie anlässlich des 60. Geburtstages ihres Vaters bei Werner Gailis, einem renommierten Berliner Bildhauer, in Auftrag gegeben und ihrem Vater geschenkt.

So kehrte Victor H. Elbern nun in seine Heimatstadt zurück. Wir sind stolz, der Büste dieses renommierten Mannes im Stadtmuseum ein neues Zuhause geben zu dürfen!

Charleston, Flapper und Pailletten

Diese aufwendig mit grünen und silbernen Perlen und Pailletten bestickte Kappe diente in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre wohl einer modebewussten jungen Dame als Kopfschmuck beim abendlichen Tanzvergnügen. Ob sie dazu auch ein Flapperkleid trug und Charleston tanzte?

Die kostbare Kopfbedeckung erreichte uns jüngst als Geschenk für unsere neue Ausstellung zur Weimarer Republik aus Flensburg! Der Vaters des Stifters hatte sie vor Jahren auf einem Trödelmarkt im Rheinland erstanden und mit nach Hause genommen. Nun hat die weit gereiste Kappe ein neues Zuhause in unserer Sammlung gefunden und wird ab dem 23. April in der neuen Ausstellung zu sehen sein!

Winzige Kinderstiefel aus den 1920er-Jahren

Kinderschuhe

Die neuste Errungenschaft in unserer Sammlung sind diese niedlichen Kinderstiefelchen aus den 1920er-Jahren in Schuhgröße 17. Die winzigen Schühchen kamen wie gerufen, denn die Vorbereitungen für unsere neue Ausstellung zur Weimarer Zeit in Düren laufen bereits auf Hochtouren. Die Schuhe bestehen aus rötlich-braunem Leder, mit geklebter Sohle, Schnürung mit braunen Schnürbändern und textilem Innenfutter. Die Spitze ist abgerundet und leicht abgestoßen, was darauf hinweist, dass sie ehemals von einem Kind, wahrscheinlich 2-3 Jahre alt, getragen wurden.

Die Schuhe werden - zusammen mit vielen anderen tollen Objekten, Dokumenten und Fotos - ab April 2017 in unserer neuen Ausstellung zu sehen sein.

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Rarität: Schokoladenautomat von 1905!

Dieser wunderschöne Süßwarenautomat aus Gusseisen ist eine echte Rarität. Er wurde um 1905 von der Schokoladenfabrik Oberländer A. G. in Fürth hergestellt. Nur noch wenige Automaten dieser Art sind bis heute erhalten geblieben. Ursprünglich wurden sie meist an Bahnhöfen aufgestellt, damit die Reisenden sich die Wartezeit ein wenig versüßen konnten. Man warf eine Münze ein und zog sich die gewünschte Ware aus dem darunterliegenden Fach. Was unser Automat einmal enthalten hat, verraten die noch gut lesbaren Beschriftungen der vier Fächer: Vanille-Schokolade, Bonbons mit Überraschung, gebrannte Mandeln und Pfefferminz-Pastillen.

Mit seinen hervorgehobenen Knöpfen, Mustern, halbverspiegelten Facettenschliff-Elementen und bunten Butzenglasscheiben (die sogar von innen beleuchtet werden konnten) ist der Automat ein wunderbares Beispiel für den Jugendstil.

Der Automat kann bis zum Ende der Ausstellung "Dürens Goldene Jahre" im Frühjahr 2017 besichtigt werden.

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Uhren und Schmuck aus Dürener Kellern

Uhren

Diese fünf Taschenuhren, die Reste einer Armbanduhr, zwei Ringe und eine Kette wurden nach dem verheerenden Angriff auf Düren am 16. November 1944 aus Kellern von zerstörten Häusern geborgen. Da man sie damals keinem Besitzer mehr zuordnen konnte, schlummerten sie bislang im Verborgenen. Nun bereichern sie unsere Sammlung - und bald auch sicher unsere Vitrinen im Erinnerungsraum 16. November 1944 - und erinnern uns an einen von Dürens dunkelsten Tagen.

Schenkung Karl-Hans Brunen, Oktober 2016

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Meisterbrief von Jean Schmitz

Aus dem Nachlass des Dürener Malers Jean Schmitz (*1912)

 

Meisterbrief

"Johann Schmitz

geb. am 4.V.1912 in Düren

hat die Meisterprüfung für das Handwerk der

Maler mit Gut

bestanden und dadurch die Befähigung zum vollständigen Betrieb des genannten Handwerks nachgewiesen, sowie das Recht zur Führung des Meistertitels in Verbindung mit diesem Handwerk erworben. Diese Urkunde wurde ausgefertigt zu Köln am Rhein, am 12. Jan. 1939, von der
Handwerkskammer zu Köln."
 
 
Schenkung M. von der Milwe, Juli 2016
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Musterbuch Carl Schleicher & Schüll

Musterbuch für Briefpapiere der Dürener Firma Carl Schleicher & Schüll aus dem Jahr 1905. Die Firma präsentierte darin ca. 100 Proben ihrer Briefpapiere mit beispielhaften Firmenköpfen.

Schenkung J. Wagner, Weißenburg vom 16.3.2016

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Postkartenalbum

Postkartenalbum mit Dürener Ansichten, nach 1918, aus dem Familienbesitz von David Head (UK). David Head schrieb uns dazu: "Der Großvater meiner Frau mütterlicherseits, der die Ansichtspostkarten gesammelt hat, hieß William James Austen. Er stammte aus der Grafschaft Kent und war zeitlebens dort ansässig. Bevor er in Düren stationiert war, hatte er in Südafrika (Zweiter Burenkrieg) und Irland gedient. Es gibt eine Gruppenaufnahme aus jener Zeit, auf deren Rückseite zu lesen ist: “Office Staff, 2nd Signals Company, Royal Engineers, Düren, Rhld, 16.3.'19”. […] Die Postkarten, die William Austen akribisch gesammelt hat, geben mir persönlich den Eindruck, dass sein Aufenthalt in Düren ihm sehr gefallen hat."

Schenkung David Head vom 26.01.2016.

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3-Mark-Münze

AlphaOmega

Von diesen 3-Mark-Münzen mit dem Bild Wilhelms II. wurden 1908-1912 mehr als 22,5 Mill. Expl. geprägt.
Schenkung Frau Sommer Dr. Overhues Allee

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Hutschachtel mit "Chapeau claque"

Hutschachtel mit Klappzylinder aus dem Dürener Hut-, Mützen- und Schirmgeschäft Gerhard Barth,

Wirtelstr.4.

Aufschrift auf der Schachtel "Gerhard Barth, vorm. Gentgen gegr. 1797, Düren Rhld."

Der Dürener Steinmetzmeister Franz Schiffer kaufte diesen Hut für seine Hochzeit am 04.09.1937.

Schenkung Maria Pingen, geb. Schiffer,  vom 28.07.2015

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Kupferstich

Kupferstich Annabild

Kupferstich der Annabüste nach einer Kupferplatte des 18. Jahrhunderts

Ankauf Josef Brauweiler vom 12.5.2015

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Alpha und Omega

Alpha

Omega

Bleiglasbilder "Alpha" und "Omega" aus der Kapelle des alten Krankenhauses in der Roonstraße
Schenkung Marianne Klein vom 8.5.2015

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